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Malteser Würzburg

Malteser Herzenswunsch-Krankenwagen fährt schwerstkranke Dame an die Ostsee

25.07.2019
„Einmal noch ans Meer“ – die Malteser Würzburg konnten Heidrun T diesen letzten großen Wunsch erfüllen. Mit dem Herzenswunsch-Krankenwagen fuhren sie sie an die Ostsee.

Würzburg. „Tschüss, Meer…“, die Stimme der älteren Dame ist leise, ihre Enkelin hat Tränen in den Augen, als sie am Strand von Boltenhagen an der Ostsee dem geliebten Meer noch mal zuwinkt. Drei wunderbare Tage hat Heidrun T. aus Bad Königshofen dort verbracht, begleitet von ihrem Sohn, der Schwiegertochter und der Enkelin. Heidrun T. hat Krebs und wohl nicht mehr lange zu leben. In den letzten Wochen war sie oft und lange auf der Palliativstation in Bad Neustadt. Es war ihr großer Herzenswunsch, noch einmal das Meer zu sehen, ein Sehnsuchtsort für sie. Viele schöne Erinnerungen verbindet die 72-Jährige mit Strand und frischer Brise. Wie oft war sie mit ihrer Familie am Ufer eines Meeres gewesen. „Wir wollen genau solche Herzenswünsche wahrmachen“, sagen die Malteser Würzburg und deshalb gibt es seit zwei Jahren den Herzenswunsch-Krankenwagen, mit dem Ehrenamtliche Menschen an Orte fahren, die sie gerne noch einmal besuchen möchten. „Die Fahrt an die Ostsee war die längste, die wir bislang gemacht haben“, sagt Joachim Gold, Stadtbeauftragter der Malteser Würzburg. Und dementsprechend anstrengend war es auch für Heidrun T., die aber auf der Hinfahrt „voller Vorfreude und Anspannung war“, erzählt Manfred Kirst, der zusammen mit Kathrin Rieger die Fahrt begleitet hat. „Es war so schön zu sehen, wie Frau T. auf die Tage dort oben hinfiebert.“ In Boltenhagen angekommen ließen die beiden Malteser die Familie erst einmal allein, damit sie die Zeit gemeinsam genießen können. „Denn darum geht ja auch bei der Erfüllung von Herzenswünschen: Erinnerungen an gemeinsame glückliche Stunden zu produzieren, die dann vielleicht in den nächsten Wochen Kraft geben können – nicht nur dem sterbenskranken Menschen sondern auch den Angehörigen“, so Gold. Und glückliche Momente gab es viele während der Tage an der Ostsee, wie den, als die fröhliche Enkelin ihre Oma so übermütig und ausgelassen über die Strandpromenade kutschiert, dass der Rollstuhl fast in Schräglage gerät. Nur der Abschied ist traurig. Aber das gehört dazu, das wissen auch die beiden Malteser, die die etwas gedämpfte Stimmung auf der Heimfahrt aushalten mussten. „Es ist auch für uns traurig, dass es der letzte große Wunsch war, den wir erfüllen durften, aber andererseits ist es doch toll, dass wir ihn erfüllen konnten“, freut sich Rettungsassistent Manfred Kirst: „An solchen Tagen fühlt es sich noch besser an, Malteser zu sein!“

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