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Jubiläumsbeilage |
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Wir sind aus Tradition modern
Dies ist einer der
vier Leitsätze der Malteserarbeit. Er versucht, den Bogen vom Malteser
Orden, der vor 900 Jahren in Jerusalem gegründet wurde, zum Malteser
Hilfsdienst als tätiges Werk des Ordens zu schlagen. Unser Jubiläum, 40
Jahre Malteser Hilfsdienst in der Diözese Würzburg, ist ein
Wimpernschlag der Zeit in diesem Kontext. Und trotzdem lässt sich an der
Entwicklung des Malteser Hilfsdienstes in der Diözese der in die Tat
umgesetzte Leitsatz verdeutlichen.
1962 haben sich
Menschen zusammengefunden, um ihren Mitmenschen in deren Nöten Hilfe
anzubieten. Unter der Führung des Diözesanleiters Richard-Franz Freiherr
von Bechtolsheim kam es in kurzen Zeitabständen zur Gründung von Orts-
und Stadtverbänden, verteilt über das gesamte Bistum. Inzwischen haben
die Malteser ein Netz der Hilfe über die gesamte Diözese gespannt,
dessen Koordinaten von Aschaffenburg bis Haßfurt, von Mellrichstadt bis Würzburg
reichen.
Die Dienste, die von
den Maltesern in dieser Zeit aufgebaut worden sind, haben sich an Aufgaben
und Problemen der Zeit orientiert. Dies trifft für die Breitenausbildung,
den Sanitätsdienst und den Rettungsdienst genauso zu wie für den
Katastrophenschutz, der im In- und Ausland eingesetzt wurde und wird. Die
Osteuropahilfe war Antwort auf die Armut, sichtbar geworden nach dem Ende
des Kommunismus; die Besuchs- und Betreuungsdienste waren Reaktion auf die
zunehmende Vereinsamung älterer Menschen in unserer Gesellschaft. Seit über
zehn Jahren gibt es diözesanweit die Malteser Hospizarbeit, die Menschen
auf ihrem letzten Weg Unterstützung und Beistand anbietet. Mit diesem
Dienst wird die Anbindung an die Ordenstradition, Hilfe für Kranke und
Sterbende zu bieten, deutlich erkennbar.
Unsere
Zukunftschance besteht darin, dass wir unser Gespür für die Nöte der
Menschen in der jeweiligen Zeit nicht verlieren, dann wird unser Leitsatz
„Wir sind aus Tradition modern“ auch in 40 Jahren noch Gütigkeit
haben.
Herbert Kiesel
Regionalgeschäftsführer |

Vor 40
Jahren, am 1. September 1962, haben die Malteser in der Diözese Würzburg
die Arbeit aufgenommen. Ihren Fuhrpark haben sie in der Folgezeit
kontinuierlich ausgebaut.
Ein Weltrekordversuch zum Jubiläum
40 Jahre Malteser
in der Diözese Würzburg
Eine Reise nach
Malta, eine Fahrt mit einem Heißluftballon und ein Versuch, ins Guinness-Buch der Rekorde zu
gelangen: Das sind die Höhepunkte einer
Jubiläumsfeier, zu der die Malteser am Sonntag, den 29. September, in Würzburg
einladen. Das Fest zum 40-jährigen Bestehen der Malteser in der Diözese
Würzburg findet auf dem Paradeplatz hinter dem Dom statt, zum Mitfeiern
ist die gesamte Bevölkerung eingeladen. Neben Gewinnspiel und
Rekordversuch bieten die Maltesern ihren Besuchern an diesem Tag
zahlreiche weitere Attraktionen.
„Das größte
Verbandpäckchen der Welt“ - mit diesem Eintrag wollen die Malteser demnächst
im Guinnessbuch der Rekorde verzeichnet sein. Dazu benötigen sie aber die
Hilfe der Festgäste. Weil es nicht Ziel der Aktion ist, möglichst viele
Verbandpäckchen zu kaufen und aneinander zu knoten, sind die Malteser auf
der Suche nach Verbandpäckchen, deren Haltbarkeitsdatum abgelaufen ist.
Die meisten davon finden sich in der Regel in Auto-Verbandkästen, die
seit Jahren nicht mehr geöffnet wurden. Aber auch in so mancher
Hausapotheke, im Medizinschrank oder in der Nachttischschublade liegen
Exemplare, die im Ernstfall nicht mehr zur Verwendung kommen sollten.
Deshalb: raus damit und ab zu den Maltesern, damit der Rekordversuch ein
Erfolg wird. Mitmachen nutzt nicht nur den Maltesern: Denn für jedes
abgelaufene Päckchen gibt es am Sonntag im Austausch ein neues zurück -
allerdings nur so lange der Vorrat reicht.
Eine Woche Malta für
zwei Personen im Januar: Dies ist der erste Preis des Rätselspiels, das
die Malteser auf ihrem Jubiläumsfest veranstalten. „Wie viele
Kugelschreiber befinden sich in diesem Inkubator“, lautet die Frage, die
beantwortet werden muss. Und wer die Lösung weiß oder ihr am Nächsten
kommt, gewinnt. Auch die weiteren Preise sind attraktiv: Auf den
Zweitplatzierten wartet eine Fahrt mit dem Heißluftballon über der Diözese
Würzburg; für Rang 3 gibt es eine komplett ausgestattete Hausapotheke.
Je einen Gutschein für die Teilnahme an einem Erste-Hilfe-Kurs der
Malteser erhalten die Gewinner auf den Plätzen 4 bis 10. Die Ziehung der
Gewinner erfolgt unter der Aufsicht eines Rechtsanwaltes; bei mehreren
richtigen Schätzungen entscheidet das Los.
Von 10 Uhr bis 15
Uhr dauert das Malteser Fest. Es beginnt mit einem Pontifikalamt im
Kiliansdom mit Bischof Paul-Werner Scheele, das von Malteser Helfern
mitgestaltet wird.
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Auf dem anschließenden Fest am Paradeplatz hinter dem
Dom ist ab etwa 11.30 Uhr gute Unterhaltung garantiert: Der Malteser
Musikzug aus Mellrichstadt sorgt für Stimmung. Drei Feldküchen lassen
mit Gulasch, Braten, Mexiko-Pfanne und Pommes dem Hunger keine Chance.
Selbstverständlich gibt es vom Wasser bis zum Wein auch alles gegen den
Durst. Kinder können sich in einer Spielstraße kreativ beschäftigen, während
ihre Eltern essen, trinken oder sich über die Arbeit der Malteser
informieren. Denn selbstverständlich besteht auch dazu die Gelegenheit:
In einer „Info-Straße“ präsentieren sich die zahlreichen Dienste, in
jeder Abteilung geben Helfer gerne Auskunft über die Angebote, die in den
vergangenen vier Jahrzehnten von der Maltesern in der Diözese Würzburg
aufgebaut wurden. |

Eine Reise für zwei Personen zu
den Wurzeln der Malteser - auf die Mittelmeer-Insel Malta - ist der
1. Preis bei einem Gewinnspiel, das die Malteser am 29. September
2002 auf dem Paradeplatz hinter dem Würzburger Dom veranstalten. |
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„Hängt die Malteser an ihren
Rosenkränzen auf“
Im Rettungsdienst herrschte vor wenigen Jahrzehnten ein rauer
Ton
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Mit jährlich über 600.000 Einsätzen im Rettungsdienst sind
die Malteser eine nicht mehr wegzudenkende Säule der Notfallversorgung in
Deutschland. Und das mit höchster Qualität. So haben es die Malteser
geschafft, als erste Rettungsdienstorganisation bundesweit und
flächendeckend ein Qualitätsmanagementsystem
einzuführen und dieses nach europaweiten Normen zertifizieren zu lassen.
Bis dahin war es jedoch ein weiter Weg mit etlichen Irrwegen, Sackgassen
und jeder Menge Schlaglöcher.
In
den Anfängen des Rettungsdienstes in Deutschland nahm ein ehrenamtlicher
Helfer über die Telefonnummer 55555 einen Notruf entgegen und
verständigte anschließend, |

Ein Bild aus alten Tagen: So sah der Fuhrpark der Malteser Würzburg
zu Beginn der 70er-Jahre aus. In der Mitte der erste Notarztwagen,
ein Opel. |
ebenfalls per Telefon, einen Ersthelfer, der
zu Hause wartete. Mit dem Rettungsfahrzeug holte er diesen ab, und die
zwei machten sich auf den Weg zum Einsatzort.
Wenn mehrere
Unfallbeobachter den Rettungsdienst unabhängig voneinander alarmierten,
konnte es passieren, dass Helfer verschiedener Organisationen losfuhren.
Geld bekam natürlich nur derjenige, der den Verletzten tatsächlich
versorgte und abtransportierte. Keine Wunder, dass es immer wieder zu
Streit und ausführlichem Schriftverkehr zwischen den Konkurrenten kam.
„Modernes Raubrittertum“ war eine Bezeichnung, die in diesen Jahren
häufig in Verbindung mit dem Rettungswesen fiel. Wie rau die Sitten
waren, zeigt eine Aktenotiz aus dem Malteser Archiv. In ihr beschwert sich
der Malteser Arzt Dr. Paul Henselmans, dass „ein Fahrer des Bayerischen
Roten Kreuzes sich bei einem telefonischen Anruf des Malteser
Hilfsdienstes im Hintergrund geäußert habe, man solle die Malteser an
ihren eigenen Rosenkränzen aufhängen.“
Als
Mittel gegen Streit und unnötige Doppelfahrten trafen die Hilfsdienste in
den 60er-Jahren erstmals Absprachen: In Würzburg zum Beispiel wechselten
sich Rotes Kreuz und Malteser Hilfsdienst in 14-tägigem Rhythmus ab, und
die Johanniter Unfallhilfe übernahm die Wochenenden. 1975 nahmen in
Bayern Rettungsleitstellen die Arbeit auf und koordinieren seitdem die
Einsätze zentral.
Rund um die Uhr im Einsatz
Heute ist das Verkehrsaufkommen so groß, sind die Notfälle so zahlreich,
dass alle Hilfsorganisationen täglich im Einsatz sind. Seit Mitte 2000
stellen die Malteser in Würzburg mindestens einen Rettungswagen mit
Besatzung rund um die Uhr. Ergänzt wird das Team mit dem Notarztdienst:
Dabei wird der Notarzt in einem speziellen Fahrzeug unmittelbar zum
Einsatzort gebracht und leitet dort die intensivmedizinische Versorgung
des Verletzten ein.
Die
Erkenntnis, dass die Überlebens- und Heilungschancen der Patienten
wesentlich größer sind, wenn fachgerechte Versorgung schon am
Notfall-Ort einsetzt, hat zu einer ständigen Verbesserung der Ausbildung
geführt. Bereits Mitte der 70er-Jahre begannen die Malteser mit der
systematischen Ausbildung ihres Personals zu Rettungssanitätern. Bald war
es die Regel, dass nur Helfer mit dieser fundierten Ausbildung zum Einsatz
kamen. Diese intensiven Schulungen wurden Ende der 80er-Jahre durch die
Berufsausbildung zum Rettungsassistenten ergänzt, so dass seit rund
zwölf Jahren nur noch hoch qualifiziertes Personal in der Unfallrettung
tätig ist.
Schneller,
besser, qualifizierter: Die Entwicklung des Rettungsdienstes ist
natürlich auch an den Fahrzeugen nicht spurlos vorüber gegangen. War der
Rettungswagen in den 60er-Jahren mehr oder weniger ein Transportfahrzeug,
wurde er zehn Jahre später mit der standardmäßigen Einrichtung von EKG
und Defibrillator zu einem Rettungsmittel. Die Malteser haben auch hier
konsequent auf Verbesserungen geachtet. In den 80er-Jahren führten sie
die Fahrtrage ein; ab 1996 arbeiteten sie an einem
Qualitätsmanagementsystem, das 1998 ausgestellt wurde und seitdem
regelmäßig erneuert wird.
Mit
zunehmender Verkehrsdichte und steigenden Unfallzahlen bekam der
Hubschrauber im Rettungsdienst eine immer größere Bedeutung. Mit ihm
können Notarzt und Rettungssanitäter auch bei verstopften Straßen und
in ländlichen Gebieten schnellstmöglich zu den Verletzten gelangen, sie
versorgen und bei Bedarf schonend in die Klinik transportieren. Der am
Kreiskrankenhaus Ochsenfurt stationierte Rettungshubschrauber „Christoph
18“ wird zur Hälfte der Einsatzzeit mit Personal der Malteser besetzt.
Krankentransporte
und Rettungsdienst werden heute von den hauptamtlich besetzten Malteser
Dienststellen in Aschaffenburg, Mellrichstadt, Schweinfurt und Würzburg
aus geleitet. Dabei zeigt sich immer wieder, dass die Malteser auf alles
vorbereitet sein müssen und trotzdem noch manche Überraschung erleben.
So hat schon mancher Helfer, der einen Verletzten versorgen wollte,
stattdessen einem Baby auf seinem Weg in die Welt geholfen. |
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Die Malteser Dienste
Die
Malteser Ausbildung
Pflegen und helfen: Wer die
Ausbildungskurse der Malteser besucht hat, ist darin fit. Zum Angebot gehören
Kurse in Erster Hilfe und in Lebensrettenden Sofortmaßnahmen, für
Schwesternhelferinnen und für die Pflege.
Der
Malteser Auslandsdienst
Seit Gründung des Malteser
Hilfsdienstes ist die Auslandsarbeit ein fester Bestandteil seiner
Aufgaben. Bei Großkatastrophen stellen Ärzte, Krankenschwestern und
Techniker ihre Erfahrung und ihr Können zur Verfügung.
Die
Malteser Besuchsdienste
Wer alt ist und
alleinstehend oder behindert, dem droht die Vereinsamung. Diesem Schicksal
wollen die Malteser mit ihrem Besuchs- und Betreuungsdienst
entgegenwirken.
Der
Malteser Fahrdienst
Die Malteser bringen Kinder,
Jugendliche und Erwachsene, die behindert sind, in Kindergärten, Schulen
und Werkstätten. Für Rollstuhlfahrer bieten sie in Würzburg und
Schweinfurt individuelle Fahrten an.
Der
Malteser Hausnotruf
Sicherheit und Service zu
Hause rund um die Uhr bieten die Malteser mit dem Hausnotrufgerät. In
Notsituationen können die Teilnehmer jederzeit auf Knopfdruck
Sprechkontakt mit den Maltesern aufnehmen und Hilfe anfordern.
Die
Malteser Hospizarbeit
„Zusammen leben bis
zuletzt“ - ist der Leitsatz der Malteser Hospizarbeit. Der Malteser
Tradition und dem christlichen Glauben verbunden, leistet sie das
zugewandte Begleiten von Menschen am Ende ihres Lebens.
Die
Malteser Jugend
Seit 1980 gibt es die
Malteser Jugend. Die Kinder, Jugendlichen und jungen Erwachsenen schließen
sich in Gruppen zusammen, die sich regelmäßig treffen und von
ausgebildeten Gruppenleitern betreut werden.
Die
Malteser Katastrophenhilfe
Sanitätsdienst, Versorgung
und Betreuung: Auf diesen Gebieten übernehmen die Malteser bei Großveranstaltungen
wie Konzerten und Sportereignissen die Betreuung der Teilnehmer. Im
Katastrophenfall kümmern sie sich um die Betroffenen.
Der
Malteser Mahlzeitendienst
Der Mahlzeitendienst bietet
eine schmackhafte Auswahl aus Diät-
und Schonkost, fleischlos oder Vollkost. Tiefkühlkost wird im
Wochenkarton portioniert geliefert. Frisch zubereitete Mahlzeiten bringt
das freundliche Malteser Team pünktlich ins Haus.
Der Malteser Rettungsdienst
Mit jährlich über 600.000 Einsätzen im Rettungsdienst sind die Malteser
eine nicht mehr wegzudenkende Säule der Notfallversorgung. Bei Notfällen
im Ausland sorgt der Rückholdienst für einen sicheren, komfortablen und
schnellen Transport in die Heimat. |
Ein donnernd Helau zum Essen
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Heißes Essen, auf Porzellan serviert, das bieten die
Malteser in Würzburg und in Bad Kissingen |
Es
ist schon zur Tradition geworden: Jedes Jahr zur Faschingszeit bringt das
Würzburger Prinzenpaar Kunden des Malteser Mahlzeitendienstes an einem
Tag ihr Essen vorbei - und natürlich auch viel Stimmung und gute Laune.
„Wir
freuen uns sehr darüber, dass diese Aktion inzwischen ein fester
Bestandteil unseres Angebots ist“, sagt Elisabeth Kuhn, Leiterin Soziale
Dienste bei den
Maltesern: „Wir möchten unseren Kunden, die oft durch Alter oder
Behinderung an ihre Wohnung gebunden sind, mehr bieten als „nur“
Essen, und dazu gehören eben auch solche Überraschungen wie der
Faschingsprinz.“
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In
vergangenen Jahr freute sich Immakulata Herbert besonders auf den Besuch
von Johannes I. und Claudia I. „Dann ist endlich mal wieder was los bei
mir,“ sagte die 82-Jährige, als ihr das Prinzenpaar angekündigt wurde.
Sie ist schon seit 1996 Kundin des Malteser Mahlzeitendienstes und bekommt
seitdem täglich ihr Essen von den Maltesern. Für den heutigen Samstag
hat sie sich das Vollkostessen aus dem Malteser Speiseplan ausgesucht:
Rahmschnitzel mit Spätzle und Salat.
Der
Malteser Mahlzeitendienst versorgt seit Beginn der 80er-Jahre alte und
behinderte Menschen in Würzburg mit warmem Essen. Begonnen mit einem
kleinen Kundenkreis nur in Grombühl liefern die Malteser bereits seit
Jahren in Stadt und Landkreis Mahlzeiten aus.
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Frisch zubereitet und heiß auf den
Tisch
Der
Mahlzeitendienst befriedigt jeden Geschmack
Eine
warme Mahlzeit am Tag ist ein wichtiger Beitrag zu einer gesunden
Lebensweise - gerade auch für ältere Menschen. Untersuchungen zeigen
jedoch, dass im Alter aus den unterschiedlichsten Gründen häufig die Küche
kalt bleibt und die Ernährung einseitig und unausgewogen wird.
Abhilfe
bietet hier der Malteser Mahlzeitendienst. Schmackhafte Menüs nach den
neuesten Erkenntnissen der Ernährungswissenschaft erstellt; eine große
Auswahl aus Diät- und Schonkost, fleischlosen Menüs und Vollkost;
frische Zutaten frisch ins Haus geliefert - da ist die gesunde Abwechslung
garantiert. Der Malteser Mahlzeitendienst bietet eine regelmäßige
Versorgung mit schmackhaften Menüs zu fairen Preisen und das freundliche
Malteser Team bringt die gewählten Mahlzeiten pünktlich ins Haus.
In
der Diözese Würzburg besitzt der Mobile Mahlzeitendienst, besser bekannt
als „Essen auf Rädern“, drei Standbeine. Tiefkühlkost ist eines
davon, und das älteste. Seit Mitte der 80er-Jahre liefern die Malteser in
Kartons verpackt einmal pro Woche fünf bis sieben Tiefkühlmenüs ins
Haus, die von den Kunden nach Wunsch aufgetaut und heiß gemacht werden können.
Das Angebot gibt es heute noch vor allem in Gegenden, die so weit außerhalb
liegen, dass ein heißes Essen dort nur noch lauwarm ankäme. Aber auch
Kunden, die flexibel und unabhängig ihren Tagesablauf gestalten möchten
und deshalb nicht täglich zur festen Stunde zu Hause auf den Essensboten
warten wollen, nutzen diesen Service.
Bei der Tiefkühlkost besteht die Möglichkeit,
aus mehreren Wochen-Paketen auszuwählen, es gibt verschiedene
Vollkostangebote und leichte Vollkost, die auch für Diabetiker geeignet
ist.
Große Nachfrage nach Frischkost
Zweites
Standbein des Malteser Mahlzeitendienstes ist die Auslieferung heiß
aufbereiteter Tiefkühlkost. In Würzburg starteten die Malteser diesen
Dienst im Oktober 1994 - allerdings nur in einzelnen Stadtteilen und
Randgemeinden - und halten ihn bis heute aufrecht. Die Vorteile für den
Kunden sind klar: Das Essen kommt heiß und verzehrfertig ins Haus; die
Aufbewahrung in der Tiefkühltruhe und das Zubereiten entfallen. Vor allem
für bettlägerige Menschen und Menschen, die nur noch eingeschränkt
mobil sind, stellt dieses Angebot ein großes Plus dar.
Noch
nicht einmal zwei Jahre alt ist der dritte Zweig des Malteser
Essensangebotes in Würzburg: Durch die Zusammenarbeit mit der Küche des
Juliusspitals wurde es möglich, frisch zubereitete Menüs aus regionalen
Produkten auf Porzellangeschirr in der Stadt und den angrenzenden
Gemeinden auszuliefern. Vier Menüs täglich stehen zur Auswahl, von
Normalkost über Schonkost bis zu Sonderwünschen für Diabetiker und
Vegetarier, an sieben Tagen die Woche. Je nach Hunger, beziehungsweise
Appetit liefert der Mahlzeitendienst ein dreigängiges Menü oder nur das
Hauptgericht. Wer will, muss nicht die gesamte Woche buchen, sondern kann
individuell einzelne Tage auswählen. Ein Angebot, das auf so große
Nachfrage stieß, dass die Würzburger Malteser zurzeit gar nicht alle
Bestellungen annehmen können. Rund 100 frisch zubereitete Essen fahren
die Zivildienstleistenden und Helfer täglich aus, mehr schafft die Küche
des Juliusspitals nicht. Die Malteser Würzburg sind allerdings intensiv
auf der Suche nach einer weiteren Kantine, mit der sie in Zukunft noch
mehr Kunden beliefern können.
In
der Diözese Würzburg bieten Frischkost bislang sonst nur noch die
Malteser in Bad Kissingen an. Es wird in den Luitpoldkliniken zubereitet
und kommt täglich heiß und auf Porzellan ins Haus.
In Mellrichstadt
laufen zurzeit die Verhandlungen, damit auch im Kreis Rhön-Grabfeld in
Zukunft Frischkost die Palette erweitert. Damit möglichst jeder das Essen
bekommt, das er sich wünscht, und das ihm bekommt
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Fit für die
Pflege und Erste Hilfe
Malteser bieten ein breites
Ausbildungsangebot
Pflegen
und helfen: Unter diesen Überschriften lassen sich die
Ausbildungsangebote der Malteser in der Diözese Würzburg zusammenfassen.
In speziell auf bestimmte Bedürfnisse zugeschnittenen Kursen lernen die
Teilnehmer, wie sie im Notfall schnell und richtig helfen können. Führerscheinbewerbern
vermitteln die Malteser in den Kursen „Lebensrettende Sofortmaßnahmen“ alles,
was sie vom Absichern der Unfallstelle bis zur Herz-Lungen-Wiederbelebung
wissen müssen. Wer sein Wissen und seine Fähigkeiten,
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Richtiges Helfen will gelernt sein. Deshalb
bieten die Malteser spezielle Kurse bereits für Kinder an. |
auch über Notfälle im Straßenverkehr hinaus, vertiefen möchte, kann
dies in einem Kurs in Erster Hilfe tun. Und wer viel mit Kinder zu tun
hat, findet bei den Maltesern auch das passende Angebot: Gerade weil
Kinder auf ihrem Weg, die Welt zu entdecken, in Situationen geraten können,
in denen schnelles Handeln lebensrettend ist, haben die Malteser einen
Kurs entwickelt, der auf Notfälle im Säuglings- und Kindesalter
vorbereitet.
Wer
pflegebedürftige Menschen betreuen will, sei es im Beruf oder privat bei
sich zu Hause, erhält in den Kursen der Malteser das notwendige Know-how.
Zu den Ausbildungsinhalten im Schwesternhelferinnen-Lehrgang gehören
Grundlagen der Anatomie ebenso wie die Mithilfe bei Pflege und Therapie.
Der Lehrgang zur Schwesternhelferin in der ambulanten Pflege bereitet darüber
hinaus auf die Besonderheiten der häuslichen Pflege vor. Im Kurs „Häusliche
Pflege“ lernen die Teilnehmer, wie sie Angehörige zu Hause optimal
betreuen können. Die Malteser führen dabei in die Grundlagen einer
menschenwürdigen und aktivierenden Pflege ein.
In
allen Kursangeboten der Malteser vermittelt erfahrenes Lehrpersonal aus
der Praxis das spezielle Wissen. Dabei zeigen die Ausbilder mit Hilfe
moderner Medien und zeitgemäßer Unterrichtsformen, worauf es im Notfall
ankommt. Über die aktuellen Angebote informieren die Bezirksgeschäftsstellen
in Würzburg, Schweinfurt, Aschaffenburg und Mellrichstadt.
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Ein
Dank an Rekordausbilder
Mehr als 3000 Kursbesucher
unterrichtet
Mit einem
„Rekord-Essen“ hat Diözesanleiter Richard-Franz Freiherr von
Bechtolsheim besonders engagierte Malteser Ausbilder belohnt.
Rund 1500
Menschen haben Bernd Siara und Volker Weiß im vergangenen Jahr in Erster
Hilfe und in lebensrettenden Sofortmaßnahmen unterrichtet. Die beiden
sind ehrenamtliche Ausbilder im Würzburger Malteser
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Ehrung für engagierte Ausbilder |
Stadtverband. „Ich
habe Freude an der Sache und der Umgang mit Menschen macht mir Spaß“,
erklärt Siara seine Motivation, sich als Ausbilder zu engagieren. Die
Kenntnisse und Fähigkeiten, die er als Offizier im Beruf gewonnen habe,
wolle er jetzt als Rentner nicht „vor dem Fernseher verplempern.“
Exakt 1335 Menschen haben die Aschaffenburger Wiltrud und Tarun Dutta im
Jahr 2001 ausgebildet. Fast täglich waren sie für die Malteser
unterwegs. Der Grund ihres Engagements: „Wir sind halt Malteser. Verrückte
Malteser“. Rund 250 Menschen hat Renate Brandstädter aus Mellrichstadt
unterrichtet. Besonders angetan hat es ihr die Ausbildung von Kindern. Dafür
hat sie sich eigens ein Puppenstück ausgedacht, um die Kleinen auf
spielerische Weise mit dem Thema Notfall vertraut zu machen.
Mit dem
Essen, das in diesem Jahr zum ersten Mal stattfand, wollte Baron von
Bechtolsheim „ein kleines Zeichen des Dankes und der Anerkennung“
setzen. |
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Der schwierige Abschied vom Leben
Malteser
Hospizhelfer begleiten Sterbende und ihre Angehörigen
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Marion
Burkard ist Hospizhelferin in Miltenberg im Landkreis Aschaffenburg.
Begonnen hat sie ihr ehrenamtliches Engagement mit Einsätzen an den
Betten von Sterbenden in Krankenhäusern und Altenheimen. Nachdem sie dort
Erfahrung gesammelt hatte, folgte bald die erste Betreuung einer
Sterbenden „zu Hause“. Eine Begleitung, der ihr noch heute im
Gedächtnis haftet. |

Die liebevolle und ganzheitliche
Begleitung von schwer kranken und alten Menschen in ihrer letzten
Lebensphase ist Aufgabe der Malteser Hospizarbeit. |
„Die
Frau war 62 Jahre alt und hatte Krebs im Endstadium“, erinnert sich
Burkard. Die letzte Chemo-Therapie mussten die Ärzte wegen einer Reihe
von Nebenwirkungen abbrechen, gleichzeitig waren im Körper der Frau neue
Metastasen entdeckt worden. Weitere medizinische Hilfe war nicht mehr möglich,
für die Mediziner war ihre Patientin „austherapiert“. Nachdem ihr im
Krankenhaus nicht mehr geholfen werden konnte, hatte die Frau einen
Wunsch: nach Hause entlassen zu werden, um in ihrer gewohnten Umgebung
sterben zu können. Die Klinik organisierte ein Pflegebett, Pflegestuhl
und sonstige wichtige Utensilien. Die Sozialstation vor Ort wurde
mobilisiert und schickte zweimal am Tag - morgens und abends - eine
Pflegekraft. Der Pfarrer aus dem Nachbarort kam regelmäßig morgens zum
Beten vorbei.
"Es
geht zu Ende"
Ab diesem Moment war auch Marion Burkard im Einsatz, denn die 62-Jährige
hatte für ihre letzten Lebenswochen um die Begleitung einer
Hospizhelferin der Malteser gebeten. „Als ich sie das erste Mal
besuchte, lag sie gemütlich gebettet mitten im Wohnzimmer und konnte
durch das große Wohnzimmerfenster ihren alten Gemüsegarten
betrachten“, erzählt Burkard. Zu dieser Zeit sei die 62-Jährige noch
wach, ansprechbar und geistig fit gewesen. Schon in den ersten Gesprächen
zeigte sie, dass sie sich über ihren Zustand keine Illusionen machte. Ihr
war klar: „Es geht zu Ende.“
Ganz
anders hingegen ihr Mann: Er war der Auffassung, dass seine Frau nur vorübergehend
krank sei. Jetzt, da sie nicht mehr im Krankenhaus sei, und er sie pflegen
könne, würde es nicht mehr lange dauern, bis sie wieder gesund sei, war
seine feste Überzeugung. Vom Sterben sei bei ihm folgerichtig nie die
Rede gewesen. „Da wusste ich, dass ich nicht nur die Frau zu begleiten
hatte“, sagt die Hospizhelferin.
Tiefe
Gespräche über Tod, Loslassen, Trauer und Schmerz führte Marion Burkard
mit der Sterbenden. Der Ehemann verfolgte die Treffen vom Nebenzimmer aus.
Erst später, nach einer Reihe von Besuchen durch die Hospizhelferin,
gesellte er sich zu den Frauen. „Ich werde den Moment nie vergessen, als
wir zu dritt zusammen saßen und weinten“, erinnert sich Burkard. Eine
Situation, der sie noch öfter begegnen sollte. Die Erfahrung aus der
Begleitung von vielen Sterbenden hat sie gelehrt, dass immer wieder
Momente auftauchen, „da gibt es keine Worte mehr und auch keine
Gebete.“
Die
gemeinsamen Tränen halfen dem Mann, seine Trauer wahrzunehmen. Allmählich
begriff er, dass seine Frau sterben würde - trotz seiner Pflege und
seiner Liebe. Als sie dann später im Koma lag, unterhielt er sich ausführlich
mit der Hospizhelferin. Von seinen Kindern und Enkelkindern habe er erzählt,
von Erlebnissen mit seiner Frau - und auch von der Zukunft „ohne sie“.
Ganz allmählich, mit der Zeit und mit den Gesprächen habe er den Tod
akzeptiert.
Sterben in Geborgenheit
Gestorben sei die Frau dann in seinen Armen, umringt von ihren Kindern,
erzählt Burkard. Ihr Mann ließ sie über Nacht daheim, nahm von ihr
lange Abschied und ließ sie erst am darauf folgenden Tag vom
Beerdigungsinstitut abholen.
Den
Aufbau der Hospizarbeit in der Diözese Würzburg haben die Malteser am
25. September 1991 beschlossen. Im Mai 1992 ließ sich eine erste Gruppe
zu Hospizhelfern und - helferinnen ausbilden, nach und nach entstanden
weitere Gruppen in der Diözese. Ihr Auftrag ist die liebevolle,
ganzheitliche Begleitung von schwerst kranken oder alten Menschen in ihrer
letzten Lebensphase sowie die Begleitung der
Angehörigen. Das Würzburger Konzept findet in den
folgenden Jahren zahlreiche Nachfolger in anderen Diözesen. Es handelt
sich dabei um die „konkrete
Realisation eines
Weges, einer Haltung, eines Dienstes,
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der
vor 900 Jahren vom Malteser Ritterorden eingeschlagen worden ist“, wie
Martina Mirus, Verantwortliche für die Hospizarbeit in der Diözese Würzburg, sagt.
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Hospizhelferinnen
und -helfer aus der Diözese Würzburg bei einem ihrer
regelmäßigen Treffen. |
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Hospizarbeit -
Was ist das?
Malteser
Hospizarbeit ist die liebevolle, ganzheitliche Begleitung von
schwerstkranken oder alten Menschen in ihrer letzten Lebensphase sowie die
Begleitung der Angehörigen. Sie lässt sich weder auf einen eingegrenzten
Zeitraum, noch durch medizinische Diagnose festlegen und ist unabhängig
vom Grad der Verwandtschaft.
Malteser
Hospizarbeit wird getragen von christlichem Glauben, Hoffen und Lieben. In
Anerkennung und Achtung vor der Würde eines jeden Lebens ist die Aufgabe
der Malteser Hospizbegleitung:
die verbleibende Lebensqualität, so
weit wie möglich zu gestalten helfen
auf körperliche, soziale,
emotionale, geistige und spirituelle Bedürfnisse individuell einzugehen
die Auseinandersetzung mit Sterben,
Tod und Trauer zu ermöglichen
Hilfen zur Aufarbeitung persönlicher
Lebenskrisen anzubieten
durch treue Begleitung menschlich
nahe zu sein
der jeweiligen spirituellen Dimension
Raum zu geben.
Zur Unterscheidung
zum reinen Besuchsdienst verstehen sich Hospizhelferinnen und –helfer
als ganzheitliche Begleiter in der letzten Lebensphase und stehen gerade für
die Auseinandersetzung um die letzten existenziellen Dinge zur Seite, ihre
Begleitung ist konstant - für
die Angehörigen auch über den Tod hinaus.
Viele
Hospizbegleitungen beginnen ähnlich wie normale Besuche, sie dienen dem
Aufbau einer tragfähigen Beziehung und ermöglichen später eine
tiefgehende zwischenmenschliche Basis, die für die Verarbeitung der
Probleme in der letzten Lebensphase oft notwendig ist.
Ihr Anliegen ist es,
Menschen in ihrer letzten Lebensphase nicht allein zu lassen und sie auf
ihrem letzten Stück Lebensweg zu begleiten. Der Wert und die Bedeutung
dieses Geschehens liegen in der offenen, wertschätzenden, christlichen
Grundhaltung, der treuen Begleitung und in der zwischenmenschlichen
Beziehung, die die Hospizhelfer gegenüber dem Sterbenden und seinen Angehörigen
aufzubauen versuchen.
Informationen zur
Hospizarbeit, zur Ausbildung zum Hospizhelfer oder zu einer Begleitung
gibt es in allen Bezirksgeschäftsstellen der Malteser in der Diözese Würzburg. |
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Weltweit schnelle Hilfe im Krisenfall
Malteser
Einsatzkontingent steht parat
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Hungersnöte,
Kriege, Naturkatastrophen: Die Gründe, warum Menschen in Not geraten sind
vielfältig. Wichtig ist dann, dass die Hilfe schnell kommt. Die Malteser
haben dafür ein eigenes Hilfskontingent aufgestellt: Das Emergency Corps
of the Order of Malta (siehe Kasten). Bei den Einsätzen in Krisengebieten
sind regelmäßig auch Helfer aus Würzburg dabei, so zum Beispiel in
Mosambik.
Im
Februar 2000 sind über dem Süden von Afrika schwere Regenfälle
niedergegangen. In der Folge sind in Mosambik die Flüsse Save und Limpopo
über die Ufer getreten und haben auf beiden Seiten ausgedehnte Gebiete überflutet.
Rund 500.000 Menschen mussten ihre Felder und Wohnstätten zum Teil Hals
über Kopf zu verlassen. Hunderte mussten mit Hubschraubern von Hausdächern
oder Bäumen gerettet werden. Diese so genannten IDPs (Internal displaced
persons) fanden in Notlagern, welche in aller Eile und notdürftig
errichtet worden waren, eine vorübergehende Bleibe.
Nach
Erkundungsflügen und Gespräche vor Ort entschlossen sich die Malteser,
in einem Notlager nahe der Distrikthauptstadt Chibuto mit der Arbeit zu
beginnen. Zu dem Team, das am 14. März 2000 in die Hochwasserregion flog,
gehörte der Würzburger
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Wenn Menschen
gezwungen sind, ihre Heimat zu verlassen, helfen Malteser, wie hier
mit einem Zeltlager in Albanien. |
Malteser Stefan Simon. Der Rettungsassistent
konnte dort medizinische Hilfe leisten. Nach vier Wochen kehrte Simon nach
Deutschland zurück. Simon
hatte zusammen mit einem Arzt und einer Krankenschwester rund 4000
Menschen mit medizinischer Hilfe versorgt. Dabei ging es in erster Linie
um die akute medizinische Versorgung der notleidenden Menschen, die
Verteilung von Tabletten zur Entkeimung von Trinkwasser und die Prävention
von Cholera und Malaria. Dieses Aufgabenspektrum der Malteser erweiterte
sich im Laufe des Einsatzes. So musste die Bohrung von Brunnen organisiert
werden, nachdem das österreichische Heer, in dessen Lager die Malteser
untergebracht waren, am 15. April die Region verlassen hatte, und dennoch
eine Versorgung mit sauberem Trinkwasser gewährleistet werden musste.
„Nur so konnte eine weitere Ausbreitung von Durchfallerkrankungen
verhindert werden“, erklärte Stefan Simon. Außerdem haben die Malteser
für die vielen Kinder in den Notunterkünften die Errichtung einer Schule
organisiert. „Besonders die Kinder sind ja am meisten betroffen von der
Flutkatastrophe, denn sie haben kaum körperliche Ressourcen, auf die sie
zurückgreifen könnten“, erzählt Simon: „Rund 90 Prozent von ihnen
waren unterernährt und litten unter allgemeinem Vitaminmangel.“
Auch
der Krieg im Kosovo im Jahr 1999 forderte den Einsatz der Würzburger
Malteser: Von den rund 70 Helfern, die im Laufe des Krieges beim Aufbau
eines Flüchtlingslagers in Skhodra im Nordosten Albaniens beteiligt
waren, kamen allein 17 aus Würzburg. In enger Zusammenarbeit mit dem
Auslandsdienst planten sie die Stromversorgung des Lagers und begleiteten
sechs Transporte in das Krisengebiet, bei denen unter anderem die
notwendigen Stromaggregate und ein von der Stadt Würzburg gespendeter Gülle-Laster
nach Albanien gebracht wurden. Ihre Aufgabe war es, ein winterfestes Lager
für rund 3000 Flüchtlinge aus dem Kosovo einzurichten. Außerdem halfen
sie im Lager bei allen anfallenden Arbeiten sowie bei der menschlichen
Betreuung der Flüchtlinge. Dabei haben die teilweise sehr jungen Malteser
wichtige Erfahrungen bei der unmittelbaren Konfrontation mit Krieg und
Leid gemacht. „Sie haben viel erlebt und gesehen, aber sicher auch viel
gelernt bei ihrem Einsatz“, sagte Joachim Gold, der selber im Flüchtlingslager
mitgearbeitet hat. |
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Im Abfallcontainer warteten Straßenkinder auf Essenreste
Seit 1992
betreuen die Malteser eine Sozialküche in St. Petersburg
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Vorsichtig auf ihren
Stock gestützt betritt die alte Frau den Speisesaal. Vor dem Christusbild
an der Wand bekreuzigt sie sich und nimmt dann an einem der schmucklosen
Tische Platz. Eine Helferin bringt ihr einen Teller Essen und einen Becher
Tee. Heute gibt es Gulasch mit Sauerkraut und Klößen.
Nadescha ist 74
Jahre alt, regelmäßig kommt sie in die Sozialküche der Malteser in St.
Petersburg. Mit ihrer staatlichen Rente von 340 Rubeln kann sie sich kaum
das Nötigste zum Überleben kaufen, denn St. Petersburg ist teuer. Für
ein Kilo Fleisch liegt der Preis bei 150 Rubel, ein Kilo Tomaten kostet
140, ein Wintermantel 3000 Rubel.
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So wie Margot Kraus (rechts) sind in den
Anfangsjahren der Sozialküche in St. Petersburg regelmäßig
Malteser Helfer für ein oder zwei Wochen zur Aufbauarbeit nach
Russland gereist. |
Malteser aus der Diözese
Würzburg und der Erzdiözese Bamberg haben 1992 die Sozialküche in St.
Petersburg gegründet und betreuen sie seitdem in enger Kooperation mit
Caritas Russland und den St. Petersburger Maltesern. Die Kochsaison geht
jeweils von September bis Juni; dabei bereiten die russischen
Mitarbeiterinnen täglich rund 600 warme Essen zu, die an kinderreiche
Familien, alte, bedürftige und obdachlose Menschen ausgegeben werden -
allerdings nur gegen Berechtigungsschein. Für das Wochenende gibt die
Sozialküche „Lunchpakete“ aus. Die Berechtigungsscheine teilen zu 80
Prozent die Sozialbehörde des Stadtteils und zu 20 Prozent die Kirchen -
orthodox, katholisch, evangelisch - aus. Dabei ist die Nachfrage nach
Berechtigungsscheinen bedeutend größer als das Angebot.
Das Ausmaß an Elend
macht betroffen
Die Küche befindet sich im Stadtteil Dzerzinskij, im Zentrum der Fünf-Millionen-Stadt
St. Petersburg. Hier leben rund 40.000 bedürftige Menschen, überwiegend
Kranke und Alte. „Das Ausmaß an Elend machte betroffen“, erinnert
sich Peter Mirus. Der Würzburger Malteser war 1992 nach Russland gereist,
um beim Aufbau der Küche mitzuhelfen. Seine Eindrücke aus dieser Zeit
hat er nicht vergessen. „Es ist mir unheimlich schwer gefallen, nur
denen Essen zu geben, die einen Berechtigungsschein hatten, und nicht den
vielen bettelnden Kinder, die am Fenster standen und mich mit glasigen
Augen anschauten“, sagt er. Umso größer sein Schreck, als er beim
abendlichen Reinigen und Aufräumen der Küche die Abfälle vom Kochen in
einen Container leeren will und darin zwei Straßenkinder entdeckt, die
auf diese Art von „Abendmahlzeit“ schon sehnsüchtig gewartet haben.
In der Küche sind
heute zehn russische Mitarbeiter beschäftigt: eine Direktorin der Küche
und Ansprechpartnerin für die Verwaltung, acht Frauen für Koch- und Spüldienst,
eine Buchhalterin zur Überwachung von Finanzen und Einkauf und
gegebenenfalls ein Zivildienstleistender oder eine Helferin aus
Deutschland. Die in der Küche verwendeten Lebensmittel werden ausschließlich
in St. Petersburg und Umgebung eingekauft. Damit unterstützen die
Malteser die lokale Wirtschaft, umgehen Zollprobleme und sparen Geld, das
sonst für Einkauf, Lagerung und Transport aufgebracht werden müsste. 50
Cent betragen zur Zeit die durchschnittlichen Kosten für ein Essen; pro
Jahr benötigt die Sozialküche 120.000 Euro.
In den Anfangszeiten
sind jeweils vier ehrenamtliche Helferinnen und Helfer aus den Diözesen
Bamberg, Berlin und Würzburg nach St. Petersburg gereist, um dort,
unterstützt von russischen Hilfskräften, zu kochen. Die Helfer blieben
jeweils zwei Wochen in der ehemaligen Zarenstadt, Unterkunft fanden sie in
einer von der Stadtverwaltung eigens zur Verfügung gestellten Wohnung in
der Nähe der Küche. Jede Woche wurde die Küchenbesatzung gewechselt, um
eine kontinuierliche Arbeit vor Ort zu gewährleisten. Zwei Neue aus
Deutschland kamen, während zwei „Alte“ nach Hause flogen, die Koffer
voller neuer Eindrücke und Erfahrungen. Die ehrenamtlichen Helferinnen
und Helfer der katholischen Kirche werden von den Maltesern so angelernt,
dass sie alle in der Küchen anfallenden Arbeiten, angefangen vom Kochen
über das Reinigen bis hin zum Bestellen der Nahrungsmittel,
eigenverantwortlich ausführen können.
Ein Almosen von den
verhassten Deutschen
Heute läuft das Küchenprojekt auf vollen Touren. Bis dahin war es jedoch
ein weiter Weg. Der pensionierte niederländische General Jean Cloquet
hatte die Leitung dieses Auslandprojektes übernommen. Die Personalplanung
lag bei der Diözese Bamberg, die Koordination für Lebensmittel und
andere Ausrüstung hatten die Malteser in Würzburg übernommen. Nachdem
die ersten Anlaufschwierigkeiten überwunden waren, wurde das Projekt von
der Leitung der Malteser an die St. Petersburger übergeben. Ein Komitee, bestehend
aus je zwei Vertretern der Stadtverwaltung und der katholischen Kirche
sowie dem Malteser Bevollmächtigten Hartmut Kania, einem Priester aus Görlitz,
beaufsichtigte gemeinsam das weitere Gelingen der Küche.
Für die alten
Menschen ist die Hilfe aus Deutschland oft unfassbar. Viele von ihnen
haben den Zweiten Weltkrieg mitgemacht und erleben jetzt den ehemaligen
Feind als Helfer in der Not. Ein Konflikt, den auch Peter Mirus so verspürt:
„Ist es nicht eine erneute Demütigung, von den Söhnen der verhassten
Deutschen nun ein Almosen annehmen zu müssen“, fragt er sich.
Anscheinend unnötigerweise. Das russische Wort „spassiba“ - Danke -
ist zumindest das meist Gesprochene in dem Speisesaal. |
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Weitere Projekte der Malteser in St. Petersburg sind:
Wärmestuben und Straßenkinderprojekte
In zwei Wärmestuben
bekommen täglich jeweils rund 250 Obdachlose eine kleine Mahlzeiten,
bestehend aus Bouillon, Brot, und Wurst. Darüber hinaus können sie sich
dort mit Kleidung versorgen; sie erhalten Hilfe beim Umgang mit Behörden
und werden teilweise auch medizinisch versorgt werden. Eine der Stuben ist
auf Anordnung der Stadt ausschließlich Tbc-Kranken vorbehalten.
Das
Straßenkinderprojekt
Hier werden seit März 1999 täglich etwa 20 Straßenkinder im Alter
von fünf bis 16 Jahren versorgt, die von der Polizei oder anderen
Obdachlosen gebracht werden. Die Kinder können sich in freundlichen,
speziell für sie eingerichteten Räumen aufhalten und werden mit
vitaminreicher und kindgerechter Nahrung versorgt. Die Betreuung umfasst
neben der Hilfe bei den Hausaufgaben auch die Organisation von Ausflügen,
Zoobesuchen und ein Spiel-Angebot
Wenn Sie die Arbeit
der Malteser in St. Petersburg unterstützten wollen: Spenden für die
Sozialküche sind möglich auf das Spendenkonto:
Konto-Nr.: 103
007 057
Bankleitzahl: 750 903 00
Liga Bank eG Würzburg
Kennwort: St. Petersburg Sozialküche |
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Gemeinsamkeit macht Kinder stark
Die
Malteser Jugend der Diözese Würzburg ist in vielen Bereichen aktiv
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Ab geht die Post - und vielleicht fliegen die
Karten der Malteser Jugend ja sogar bis zu einer Partnerorganisation
in Rumänien oder Ungarn. |
Kinder
und Jugendliche sind häufig die Ersten, die durch die Maschen des
„sozialen Netzes“ fallen, wenn es mit einer Gesellschaft den Bach
hinunter geht. Wenn die Wirtschaft zusammenbricht, wenn die Eltern
arbeitslos werden, wenn staatliche Zuschüsse nicht einmal ausreichen, um
die Miete zu zahlen. Dann ist auch kein Geld mehr da für Kleidung, für Bücher,
vom Kino ganz zu Schweigen. Man musste im vergangenen Jahrzehnt nicht weit
reisen, um solch Elend vor Augen geführt zu bekommen: Nach dem Fall des
Eisernen Vorhangs zwischen Ost und West überzog eine ungeahnte Welle der
Armut Länder wie Ungarn, Rumänien, Polen. Für die Malteser Jugend war
dies Auslöser für eine Reihe von Hilfsaktionen, die seitdem fester
Programmpunkt der jährlichen Aktivitäten sind.
Seit
1980 gibt es die Malteser Jugend in der Diözese Würzburg, heute sind es
13 Jugendgliederungen mit rund 800 Mitgliedern. Mitmachen kann jeder, der
bereit ist sich für Andere einzusetzen. Die Kinder, Jugendlichen und
jungen Erwachsenen treffen sich regelmäßig in Gruppenstunden, auf
Freizeiten und Fahrten, bei Jugendbegegnungen, in Gottesdiensten und in
diversen Aktionen. Ihnen zur Seite stehen immer ausgebildete
Gruppenleiter. Das soziale Engagement spielt eine wichtige Rolle.
„Die
Malteser Jugend möchte ihren Mitgliedern ein Gespür dafür vermitteln,
wie sich auch weniger spektakuläres, alltägliches Leid und menschliche
Not erkennen und lindern lassen“, erklärt Gerhard Petter,
Jugendreferent der Malteser in der Diözese Würzburg. Gemeinsam mit ihren
Gruppenleitern suchen die Kinder und Jugendlichen nach altersgemäßen
Wegen, ihren Beitrag zur Verbesserung menschlicher Lebensbedingungen zu
leisten.
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Ein
Teil ihres Engagement gilt dabei auch Partnerorganisationen im Ausland. So
führte die Malteser Jugend in den Jahren 1987 bis 1990 das
„Partnerprojekt Tabgha“ zugunsten einer Behinderteneinrichtung der
Benediktiner am See Genezareth durch. Heute unterhält die Malteser Jugend
Kontakte zu Partnerorganisationen in Ungarn, Rumänien und Jugoslawien und
versucht dort, die größte Not zu lindern. „Zum Beispiel betreut die
Malteser Jugend unserer Partnergliederung aus Sfintu Gheorghe im rumänischen
Brasov Kinder, die auf der Straße leben und in Kanalschächten
schlafen“, sagt Petter.
Einen
ganzen Katalog von Maßnahmen beinhaltet die Aktion „Regenbogen“, mit
dem sich die Jugend aus der Diözese Würzburg für Gleichaltrige im
Ausland stark macht. „1993 und 1994 stand die Sammlung von
Kinderbekleidung, Spielwaren und Ausrüstung für unsere
Partnergliederungen im Mittelpunkt. Seit 1996 führen wir jedes Jahr ein
Internationales Zeltlager durch. Und seit 2001 nutzen wir auch das Medium
Internet für unsere Projekte“, zählt Petter auf. Diskussionsforen sind
bereits am Laufen oder befinden sich im Aufbau; mit Spenden wird die
technische Ausrüstung der Partnerorganisationen im Osten finanziert,
damit auch diese am Internationalen Kommunikations-Netzwerk der Jugend
angeschlossen sind. Die Vernetzung passt gut zum Malteser Jugend Motto.
Das lautet: „Gemeinsam sind wir bärenstark.“ |
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Wussten Sie schon...
...dass der
Malteserorden diplomatische Beziehungen zu rund 100 Staaten unterhält? Er
ist souveränes Völkerrechts-Subjekt mit Sitz in Rom und entsendet unter
anderem Vertreter in die UNO.
...dass die
Mitglieder des Malteserordens neben Gehorsam, Keuschheit und Armut noch
ein weiteres Gelöbnis ablegen? Als einziger Ritterorden geloben die
Malteser „Diener und Sklave zu sein unseren Herren Kranken.“
...dass die
Hospitalordnung der Malteser vorschrieb, dass die Kranken ihr Essen „in
der gleichen Form wie bei den fürstlichen Hoftafeln“ erhalten sollten?
Tatsächlich erhielten sie silberne Becher und Löffel und das Essen aus
silbernen Schüsseln.
...dass der Malteser
Hilfsdienst in Deutschland im nächsten Jahr seinen 50. Geburtstag feiern
kann? 1953 wurde er durch den Malteserorden und den Caritasverband gegründet.
...dass die Malteser
Fernmelder aus Würzburg 2001 Besucher der Love Parade in Berlin waren?
Statt mitzutanzen koordinieren sie den Einsatz von rund 800 Sanitätern,
40 Ärzten, 26 Rettungswagen, 20 Krankenwagen und drei Rettungsbooten.
...dass die Malteser
alle drei Jahre mit ungefähr 300 Rollstuhlfahrern eine einwöchige
Wallfahrt nach Rom unternehmen und auch die Würzburg sich daran mit einem
Behindertenbus beteiligen? Die nächste Fahrt ist im Oktober 2003.
...dass es in Würzburg
seit mehr als 15 Jahren von den Maltesern die Aktion „12 mal 8“ gibt,
bei der freiwillige Helfer innerhalb eines Jahres insgesamt 48 Stunden
lang Menschen im Altersheim besuchen? Würzburg ist damit bundesweit
einzigartig.
...dass es Frauen
bei den Maltesern früher verboten war, bei Dienstfahrten im vorderen Teil
des Wagens Platz zu nehmen? In einer Anweisung hieß es 1971, dass
Helferinnen „beim Abtransport Kranker im hinteren Teil des Wagens und
nicht auf dem Beifahrersitz“ Platz zu nehmen haben.
...dass Malteser
Hilfsdienst und Johanniter Unfallhilfe gemeinsame Wurzeln besitzen? Beide
haben ihren Ursprung in dem Orden, der offiziell heißt: "Souveräner
und Militärischer Hospital-Orden des hl. Johannes von Jerusalem genannt
von Rhodos genannt von Malta. |
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Ein Bild aus alten Tagen: Fernmelder
aus der Diözese beim Einsatz. |
Helfen
wollen alleine reicht nicht aus
Malteser sind für
Katastrophen gut gerüstet
Ein Intercity
verunglückt auf der Fahrt von Würzburg nach Fulda: Verletzte müssen aus
den Trümmern befreit und medizinisch versorgt werden; Reisende, die das
Unglück äußerlich unversehrt überstanden haben, brauchen seelischen
Beistand; andere haben kein Gepäck und kein Geld mehr und brauchen Hilfe
für die Weiterfahrt; die Helfer, die schon seit Stunden im Einsatz sind,
benötigen Essen und Trinken; die Vielzahl der Einsatzkräfte muss
koordiniert werden: eine provisorische Leitstelle übernimmt diese
Aufgabe.
Kein Mensch wünscht sich, dass ein Schreckens-Szenario wie
dieses Wirklichkeit wird. Dennoch müssen die Malteser darauf vorbereitet
sein, damit im Ernstfall die Hilfe schnell und effektiv kommt. In einer
Reihe von Einheiten, so genannten Zügen, sind in der gesamten Diözese
Helfer organisiert, die bei Bedarf innerhalb kürzester Zeit aktiviert
werden können.
Als Teil im
Gesamtsystem der Notfallvorsorge kommt der Sanitätsdienst zum Einsatz,
insbesondere in Zusammenarbeit mit dem Rettungsdienst. Sanitätszüge und
Schwesternhelferinnenzüge gibt es in der Diözese Würzburg in vielen
Stadt- und Ortsverbänden der Malteser. Natürlich kommen sie nicht nur
bei Katastrophen zum Einsatz. Auch die sanitätsdienstliche Versorgung der
Besucher und Teilnehmer von Konzerten, Sportfesten und anderen Großveranstaltungen
gehört zu ihren regelmäßigen Aufgaben. Der Fernmeldezug stellt die
technische und personelle Ausrüstung, damit bei Großveranstaltungen die
Kommunikation der Helfer untereinander gewährleistet ist.
Wenn es darum geht,
schnell eine große Menge von Menschen mit Essen und Trinken zu versorgen,
steht die „Bundeskomponente Versorgung“ zur Verfügung, die mit ihrer
Feldküche in kurzer Zeit eine große Zahl von Mahlzeiten zubereiten kann.
Ein Angebot, das auch in ruhigen Zeiten gerne angenommen wird: So hat die
Feldküche der Malteser in Mellrichstadt die Teilnehmer eines
Katholikentages in Berlin mit Kaffee, Brötchen und warmem Essen bei Laune
gehalten. Feldküchen aus Mellrichstadt, Aschaffenburg und Würzburg
werden die Besucher der Malteser Jubiläumsfeier am 29. September hinter
dem Würzburger Dom mit Braten, Gulasch und einer Mexiko-Pfanne verwöhnen.
Für alle Malteser,
die sich in diesen Bereichen engagieren, gilt: Helfen wollen allein reicht
nicht - Helfen können ist die Grundvoraussetzung für die Mitarbeit in
den Einheiten des Katastrophenschutzes der Malteser. Ein umfangreiches
Ausbildungsangebot schafft die Voraussetzungen dafür. So werden die
Gruppen regelmäßig in Theorie und Praxis geschult, damit sie auch unter
schwierigen Einsatzbedingungen in der Lage sind, kompetent zu
helfen.
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Im Katastrophenfall
kümmern sich Schwesternhelferinnen kompetent um die Versorgung
von Verletzten. Die Tracht hat sich inzwischen geändert. |
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Neuer Diözesanleiter
Hans-Georg von
Mallinckrodt ist der neue Diözesanleiter der Malteser in der Diözese Würzburg.
Er ist der Nachfolger von Richard-Franz Freiherr von Bechtolsheim, der am
29. September verabschiedet wird. Von Mallinckrodt wurde am 17. Dezember
1950 geboren. Nach dem Abitur 1971 studierte er Betriebswirtschaft und
Jura, 1978 wurde er Mitglied der Geschäftsführung der familieneigenen
Fachklinik St. Georg von Mallinckrodt in Bad Soden-Saalmünster. Seit 1990
ist er alleiniger Geschäftsführer und Eigentümer der Klinik.
Von Mallinckrodt ist
verheiratet und Vater zweier Söhne. Er ist bei den Maltesern seit 1996
aktiv als Schirmherr des Ortsverbandes Bad Soden. Seit 1999 ist er
Mitglied des Malteser Ordens.
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Ein Ritterorden mit diplomatischer Mission
Malteser Wurzeln
reichen nach Jerusalem
Bis ins Jahr 1099,
als die ersten Kreuzritter Jerusalem eingenommen hatten, reichen die
Wurzeln der Malteser.
„Souveräner Ritter- und Hospitalorden vom Hl.
Johannes zu Jerusalem, genannt von Rhodos, genannt von Malta“ lautet der
volle Name des Malteserordens heute; er gibt Auskunft über die
wechselhafte Geschichte des einzigen noch in ungebrochener Kontinuität
bestehenden geistlichen Ritterordens.
Bereits 1048 hatten
reiche Kaufleute aus Italien in Jerusalem ein Hospiz eröffnet, in dem
christliche Pilger versorgt wurden. Die Strapazen der Reise, das
ungewohnte Klima und die fremdartige Ernährung führten bei vielen
Reisenden zu Krankheiten. Als der erste Kreuzzug Jerusalem erreichte,
stand an der Spitze des Hospitals der Laienbruder Gerhard. Unter seiner
Leitung bildete sich eine Spitalsbruderschaft, die als „Keimzelle“ des
Malteserordens gilt. Nachdem die Kreuzfahrer in Jerusalem die Herrschaft
übernommen hatten, mussten die Ordensmitglieder immer mehr Pilger
behandeln. In einem 1170 verfassten Bericht über seine Reise in das
Heilige Land schildert Johannes von Würzburg das Hospital: „In der
Zeit, in der ich selbst dort war, betrug die Zahl der Kranken bis zu 2000.
Sie waren zum Teil so schwer krank, dass manchmal innerhalb 24 Stunden
mehr als 50 Tote hinaus getragen werden mussten.“
1291, mit dem Ende
des christlichen Palästina, floh der 1113 vom Papst anerkannte „Orden
des Hl. Johannes“ nach Zypern, von wo aus er 1310 Rhodos in Besitz nahm.
Ein Teil seiner Aufgaben war es nun, mit einer Flotte das östliche
Mittelmeer zu überwachen und so den Islam am Vordringen zu hindern. Auf
Rhodos selbst wurde der Orden Landesherr und baute neben einem großen
Hospital auch Festungsanlagen. Weihnachten 1522 mussten die mittlerweile
auch „Rhodisier“ genannten Ritter nach einer von den Osmanen
gewonnenen Belagerung die Insel verlassen. 1530 wurde ihnen Malta als
Lehen übertragen. Hier gingen sie bis 1798 ihren Aufgaben nach, bis
Napoleon sie von der Insel vertrieb.
Seit 1834 ist der
Malteserorden in Rom ansässig, in über 100 Ländern kommt er heute
seinen humanitären Aufgaben nach. Immer noch leiten den Orden die
„Professritter“ genannten Laienbrüder, die die drei Gelübde von
Armut, Ehelosigkeit und Gehorsam abgelegt haben. Zugleich unterhält der
Orden zu rund 100 Staaten und Internationalen Organisationen, darunter den
Vereinten Nationen, diplomatische Beziehungen, was seiner caritativen
Mission zugute kommt. Die deutsche Assoziation entstand 1993 durch den
Zusammenschluss zweier deutscher Gliederungen des Ordens, der 1859 gegründeten
Genossenschaft der Rheinisch-Westfälischen Malteser Devotionsritter und
des 1866 gegründeten Vereins Schlesischer Malteserritter. 1953 gründeten
sie zusammen mit dem Deutschen Caritasverband den Malteser Hilfsdienst. |
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Die Malteser als Ihr Partner
Garant für eine
gute Zusammenarbeit
Vielfältig wie die
zunehmenden sozialen und caritativen Aufgaben in unserer heutigen
Gesellschaft sind die Dienste, die von den Maltesern für eine wachsende
Zahl von Patienten und Klienten geleistet werden. In dieser Beilage
erfahren Sie viel über die moderne Servicepalette der Malteser - und was
die einzelnen Dienstleistungen miteinander verbindet.
Denn den Menschen in
den Mittelpunkt zu stellen heißt mehr als ihn mit dem gemeinhin
Lebenswichtigen zu versorgen. Wer hilft einer alleinstehenden alten Frau
aus ihrer Einsamkeit? Wer schenkt einem liebevoll pflegenden, erschöpften
Angehörigen einen freien Tag für sich selbst? Und wer teilt die Sorgen
des Todkranken, der sich auf sein Sterben vorbereitet? Viele der neuen
sozialen Nöte beginnen da, wo unser soziales Sicherungssystem - bei aller
Leistungsfähigkeit - seine Grenzen hat.
Hier setzt die
eigentliche Aufgabe einer modernen Wohlfahrtsorganisation an, die sich
einer langen Tradition uneigennützigen Helfens verpflichtet weiß. Die
Basis ist professionelle Qualität, die in gleicher Weise für
hauptamtliche Leistungen wie für ehrenamtliche Dienste gilt.
Hierzu gehören auch
strenge Wirtschaftlichkeit sowie konsequente Markt~ und
Kundenorientierung. Doch dabei muss die Sorge um den Menschen von höchster
Bedeutung sein, die weder eingekauft noch irgendwie anders vergütet
werden kann. Ihr Fundament ist bei uns Maltesern die christliche Sicht des
notleidenden Menschen. Er ist der Nächste, dem zu helfen uns allen
aufgetragen ist. Wo auch immer medizinische Leistungen, caritative
Hilfestellungen oder soziale Dienste gebraucht werden, wir sollten uns
gemeinsam engagieren, um den jeweiligen Hilfebedürftigen die bestmögliche
Versorgung und Betreuung bieten zu können. Das ist unsere Stärke.
Daher freuen wir uns
auf die Zusammenarbeit mit Ihnen.
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Wer sich ehrenamtlich engagieren will,
findet bei den Maltesern das passende Angebot. Auch mit Spenden ist
Hilfeleistung möglich. |
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Einladung
zum Ehrenamt
Vielfältig sind die
Aufgaben, die die Malteser ehrenamtlich wahrnehmen. In der Diözese Würzburg
engagieren sich zahlreiche Helferinnen und Helfer in vielen Stadt- und
Ortsverbänden mit verschiedenen Interessensschwerpunkten und
unterschiedlichsten Aufgaben.
Sicher ist auch für
Sie eine geeignete Möglichkeit dabei, sich für Ihre Mitmenschen
einzusetzen: egal ob als Ausbilder, Sanitäter, Hospizhelfer oder in der
Jugendarbeit. Mit Ihnen zusammen überlegen wir, wo und in welchem Maße
Sie Ihre Fähigkeiten einbringen können. Eine entsprechende Vorbereitung,
Ausbildung und Begleitung ist dabei für uns selbstverständlich!
Betreuung in den
eigenen vier Wänden:
Sie sind noch rüstig,
aber das Tragen der Einkaufstaschen fällt Ihnen schwer? Sie wohnen
allein, möchten aber nicht alleingelassen sein, wenn Ihnen in der Wohnung
etwas zustößt? Sie haben feste Termine in der Woche, aber die Fahrt
dorthin stellt für Sie ein Problem dar?
Die Malteser
Bezirksgeschäftsstellen in der Diözese helfen Ihnen: Mit unserem
Mahlzeitendienst, Hausnotruf und Fahrdienst können Sie Ihr Leben
weiterhin so unabhängig und flexibel gestalten wie bisher.
Wir freuen uns auf
Sie! |
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Ja,
ich möchte Menschlichkeit dauerhaft unterstützen.
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Das Alphabet
als Fingerzeig Gottes
Am 29.
September verabschieden die Malteser in der Diözese Würzburg
Richard-Franz Freiherr von Bechtolsheim. Damit endet eine Ära:
Bechtolsheim ist der erste und bisher einzige Diözesanleiter der Malteser
in Unterfranken. 40 Jahre lang stand er an der Spitze der
Hilfsorganisation.
Von
Gunnar Bartsch
Als ob der
Mann nicht auch so genug zu tun hätte: Als Familienvater, der Frau und
Kinder zu versorgen hat. Als Schlossbesitzer, der ein mehrere Hundert
Jahre altes Gebäude in Schuss halten muss. Als Landwirt, der mit den Erträgen
aus Zuckerrüben-, Kartoffel- und Getreideanbau Haus und Hof, Kind und
Kegel finanzieren muss. Und trotzdem hat er die Zeit gefunden, 40 Jahre
lang als Diözesanleiter die Geschicke des Malteser Hilfsdienst in ganz
Unterfranken zu dirigieren und zu begleiten.
Wie ist er dazu gekommen? „Wie die Jungfrau zum Kind“, erinnert sich
Richard-Franz Freiherr von Bechtolsheim heute im Rückblick auf die Gründerzeit.
Zwar gab es den Malteser Hilfsdienst in Deutschland bereits seit 1953,
sein Zentrum befand sich jedoch in Köln. Bis nach Unterfranken war er am
Anfang der 60er-Jahre noch nicht vorgedrungen. Dafür kam ein Unterfranke
nach Köln: Manfred Rost, aktiv in der katholischen Jugendarbeit, machte
in der Stadt am Rhein die Bekanntschaft mit den Maltesern und dachte sich:
„Wäre doch gut, wenn es sie auch in Würzburg gäbe“. Zur Gründung
eines eigenen Verbandes fehlte ihm allerdings das Personal – vor allem
bei der Besetzung der Position des Diözesanleiters: Adelig musste der
sein, so die Vorgaben der Malteser, deren Wurzeln in einem mehr als 900
Jahre alten Ritterorden liegen. Konsequenterweise besorgte sich Rost eine
Liste des katholischen Adels in Unterfranken und klapperte diesen dem
Alphabet nach ab. Weit musste er nicht gehen, gleich beim Buchstaben B
wurde er fündig.
„Er kam eines Tages vorbei und erzählte mir von seinen Plänen“,
schildert Bechtolsheim die erste Begegnung. „Das war für mich so außergewöhnlich,
dass ich es als Fingerzeig Gottes aufgefasst habe.“ Nach kurzer Beratung
mit der Familie gab Bechtolsheim seine Zustimmung: Zum 1. Juli 1962 wurde
er zum Diözesanleiter des Malteser Hilfsdienst in der Diözese Würzburg
ernannt; erster Geschäftsführer wurde am 1. September
Manfred Rost.
„Glauben und Helfen” – das
Malteser Motto machte sich Bechtolsheim zu eigen. „Ich versuche, andere
mit dem Glauben vertraut zu machen, durch mein Beispiel, nicht durch
Predigen.“ Und so ist sein Engagement eben Teil dieses Beispiel-Gebens.
Durch Beispiel Aufmerksamkeit erregen, im Sinne der Religion arbeiten,
sich beispielhaft verhalten, führt Bechtolsheim als Motive für seinen
Einsatz an. Solidarität mit allen Hilfsbedürftigen, Kameradschaft aller
Helferinnen und Helfer und Rücksichtnahme sind die Werte, die er vorleben
möchte, auch wenn er sagt: „Es ist uns nicht angeboren, uns nur
christlich zu verhalten.“ Wichtig sei es jedoch, sich darum zu bemühen.
Als Diözesanleiter hat er sich mehr als bemüht. In der Anfangszeit
wuchsen die Malteser vor allem aus Erste-Hilfe-Kursen heraus. „Ich bin
draußen rumgefahren, habe uns vorgestellt, habe zum Abschluss die
Kursteilnehmer zum Eintreten animiert“, erinnert sich Bechtolsheim. Als
„Pionierzeit“ habe er diese Anfänge erlebt – „ein positives
Erlebnis, wenn etwas neu beginnt, und man sieht, es geht vorwärts.“
Nach den Kursen in Erster Hilfe, für Sanitäter und Schwesternhelferinnen
folgte der Aufbau der mehr technischen Dienste wie Krankentransport,
Rettungsdienst, Katastrophenschutz und anderem: „Eine wilde Zeit, aber
attraktiv für uns als tatendurstige junge Mannschaft.“ Das
Rettungswesen war längst nicht so gut organisiert wie heute, überdies
legten sich die Malteser auf diesem Feld mit dem übermächtigen Roten
Kreuz an. Mit „Chuzpe und Gottesvertrauen“ sei es gelungen, zwar nicht
gleich stark wie der damalige „Monopolist“ Rotes Kreuz zu werden, aber
immerhin gleichberechtigt.
Das stetige Wachstum der Malteser, für das sich Bechtolsheim engagierte,
sieht er heute als Medaille mit zwei Seiten: „Am Anfang war alles sehr
viel persönlicher. Jeder kannte jeden, und der notwendig werdende
Einfluss einer planenden und steuernden Geschäftsführung für unsere
Malteser Diözese war bei weitem nicht so ausgeprägt wie heute“, sagt
er. Und neben diesem privaten Aspekt beschäftigt ihn auch der
christliche: „Ich will, dass durch unsere Existenz anderen geholfen,
niemandem geschadet wird.“ Aber wie ist das möglich, wenn man gegen
„Konkurrenz“ bestehen muss; wenn sich die Möglichkeit ergibt, dieser
„eins auszuwischen“? Im Zwiespalt zwischen dem Engagement für alle
und der Suche nach dem Vorteil für die Malteser setzt er eine
Richtschnur: „Man muss bei allem, was man tut, fair bleiben.“
Richard-Franz Freiherr von Bechtolsheim war kein autoritärer Diözesanleiter:
„Ich habe den Posten nicht wirklich ,stark’ ausgefüllt.“ Er sei
keine Führerpersönlichkeit und ziehe es vor, den Menschen zu vertrauen
anstatt ihnen immer auf die Finger zu schauen. Auch wenn er dafür
manchmal „eins über die Nase“ bekommen habe. Dass in der Diözese
kein Streit ohne Versöhnung geendet habe, sei ihm wichtig gewesen –
deshalb hatte er jederzeit ein offenes Ohr für die Anliegen der Malteser
Helfer. „Es war mir immer am Herzen gelegen, dass kein Konflikt weiter
schwelt. Ich habe immer versucht, das im Guten zu lösen“, sagt
Bechtolsheim heute und bezeichnet diese Eigenschaft als „wichtigen Teil
meines Diözesanleiterwesens“.
Was kommt jetzt, nach 40 Jahren bei den Maltesern? „Ich freue mich, dass
diese für mich randvoll mit Aktivität erfüllte Spanne meines Lebens ein
Ende nimmt, weil ich mit meiner Frau mehr Dinge gemeinsam unternehmen
kann“, sagt er. Und darüber hinaus gibt es ja immer noch die Großfamilie
– unter anderem wohnen inzwischen vier Enkelkinder im Schloss – und
das Haus. Dort warten eine alte Bibliothek und ein Familienarchiv auf
Ordnung und Ergänzung. Die Bücher, die aus der Zeit von 1500 bis 1800
stammen, mit modernen Werken zu ergänzen, sei sein Wunsch. Dafür wird
Richard-Franz Freiherr von Bechtolsheim ab dem 29. September endlich mehr
Zeit haben.
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Zur Familie
Die Geschichte der
Familie von Mauchenheim genannt Bechtolsheim in der Diözese Würzburg
reicht bis ins Jahr 1727 zurück. Zu diesem Zeitpunkt übernahm
Hofmarschall Reichard Philipp von Bechtolsheim mit seiner Frau Maria
Sophia, geborene Gräfin Fuchs von Bimbach, das Schloss in Mainsondheim.
Vorbesitzer war der Onkel von Maria Sophia, Johann Philipp Fuchs von
Dornheim, Propst des Domkapitels in Würzburg, der, weil selbst kinderlos,
seinen angeheirateten Neffen Reichard Philipp zum Alleinerben einsetzte.
Zusammen mit dem Schloss vererbte er seinen repräsentativen Hof in Würzburg,
gegenüber der Residenz. Dieser existiert heute noch und beherbergt jetzt
eine Schule, den „Bechtolsheimer Hof“. Das Gebäude blieb nur zwei
weitere Generationen im Besitz der Familie Bechtolsheim: Hartmann Philipp
verkaufte es 1818 nach dem Tod seiner Frau. Das Schloss in Mainsondheim
ist noch heute im Familienbesitz - inzwischen wohnt dort die zehnte
Generation. |
Zur Person
Richard-Franz
Freiherr von Bechtolsheim wurde am 3. Juli 1931 in Berlin geboren. Er war
das erste von vier Kindern von Anton Freiherr von Bechtolsheim und Erika,
geborene Freiin Notthafft von Weißenstein. Wegen des väterlichen Berufs,
dieser war Offizier, zog die Familie häufig um; seine Schulzeit
verbrachte Richard-Franz von Bechtolsheim deshalb in Berlin, London,
Dettelbach, Rottach-Egern, Mainsondheim und Kitzingen. Nach dem Abitur
studierte er Volkswirtschaft und Landwirtschaft, 1962 übernahm er den
landwirtschaftlichen Betrieb auf dem Gutshof Mainsondheim.
Richard-Franz von
Bechtolsheim war der erste in der Familie, der vom Ertrag des
Mainsondheimer Hofes lebte. Sämtliche Vorfahren verdienten ihren
Lebensunterhalt beim Staat, sei es als Bezirksamtmann, als Offizier oder
als Oberhofmarschall am Hofe eines Fürsten. Die Wurzeln der Familie
liegen in Rhein-Hessen; von dort verläuft ihre Spur über Mainz und Fulda
nach Würzburg. |
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Die Intensivstation im Flughafen
Malteser bauen im
Hochwassergebiet Krankenhaus auf
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In der Nacht vom 14.
auf den 15. August wurde in Bayern Katastrophenschutzalarm ausgelöst. Das
Hochwasser in Sachsen hatte zu diesem Zeitpunkt ein solch bedrohliches
Ausmaß angenommen, dass Hilfskräfte aus ganz Deutschland zur Unterstützung
angefordert worden waren. Auch Malteser aus der Diözese Würzburg machten
sich noch in der Nacht auf die Fahrt nach Dresden. Dort bauten sie ein
Notkrankenhaus im Terminal 2 des Dresdner Flughafens auf und übernahmen
dafür die Einsatzleitung. Ihr Einsatz endete am Montag, 26. August um 12
Uhr Am Montag Abend trafen die letzten 13 ehrenamtlichen Helferinnen und
Helfer aus Würzburg von ihrem Einsatz in Dresden zurück - erschöpft,
aber sehr zufrieden und glücklich, den Menschen geholfen zu haben.
In einem Pressegespräch
ließen Stefan Simon, Einsatzleiter des Notkrankenhauses, Joachim Gold,
zuständig für Kommunikation und Personal, sowie Dennis Röder und Beate
Gerhard, in Dresden eingeteilt zur Betreuung von Patienten im
Notkrankenhaus und bei Evakuierung von Patienten beteiligt, die
vergangenen anderthalb Wochen Revue passieren.
„Das ist was
Größeres“, dachte sich Joachim Gold, als in der Nacht zu Maria
Himmelfahrt der Piepser losging, denn die Bilder aus den Nachrichten
von der Hochwasserkatastrophe in Dresden hatten ihn einen Einsatz
ahnen lassen.
Deshalb hatte
er auch mehr dabei als nur die Einsatzkleidung, als er gegen zwei Uhr in
der Früh in der Malteser Geschäftsstelle eintraf - im Gegensatz zu den
meisten anderen der 69 Helferinnen und Helfer aus der gesamten Diözese
Würzburg, die sich in der Nacht mit 22 Fahrzeugen auf den Weg nach
Dresden machten, um dort zunächst Krankenhäuser und Altenheime zu
evakuieren. In Dresden angekommen wurden die Aufgaben verteilt. Ein Teil
der 28 Würzburger Helfer wurde gleich mit dem Aufbau des Notkrankenhauses
am Terminal 2 des Dresdener Flughafens betraut.
Eine Schutthalle
wird zum Krankenhaus
„Zusammen mit den Helfern vom Bayerischen Roten Kreuz haben wir aus
einer stillgelegten, mit Schutt und Abfall verdreckten Halle innerhalb von
vier Stunden ein funktionsfähiges Krankenhaus gemacht,“ berichtet
Stefan Simon, stellvertretender Bereitschaftsführer bei den Würzburger
Maltesern. Den Würzburger Helfern wurde die Einsatzleitung des
Notkrankenhauses übertragen zur Unterstützung und Entlastung der
Dresdener Kollegen.
„Unsere Führungsunterstützungsgruppe konnte dort
wirklich zeigen, was sie kann,“ so Simon. Sie koordinierten den
kompletten Krankenhausbetrieb, entwickelten ein
Patientenerfassungsprogramm, stellten die permanente Erreichbarkeit des
Krankenhauses her und waren außerdem für die Koordination des
Helfernachschubs vor Ort zuständig. „Da kam uns unsere gute Ausbildung
und die Erfahrung bei großen Einsätzen in Würzburg und auch bundesweit
wie zum Beispiel bei Katholikentagen oder bei der Love Parade in Berlin
zugute,“ erklärt Joachim Gold, Zugführer der Fernmeldeeinheit, die in
Würzburg die Führungsunterstützungsgruppe stellt.
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Die Malteser auf der Fahrt nach Dresden.

Die Bettenstation im Terminal 2 des
Dresdener Flughafens.

Sogar eine Intensivstation war zum
Einsatz bereit. |
Maximal 190
Patienten gleichzeitig konnten in dem Krankenhaus versorgt werden. Das war
allerdings nur an zwei Tagen der Fall, zum Beispiel als das
Diakonissenkrankenhaus evakuiert wurde und alle Patienten zunächst in das
Notkrankenhaus kamen. Von dort wurden sie per Flugzeug oder Rettungswagen
weiter transportiert in weiter wegliegende Krankenhäuser. Auch die
Registrierung der ankommenden und abfahrenden Patienten war Aufgabe der
Malteser. „So konnten wir immer nachvollziehen, wo welcher Patient
gerade ist und suchenden Angehörigen entsprechend Auskunft geben,“ erzählt
Beate Gerhard, Zugführerin der Schwesternhelferinnen.
Hatte das
Krankenhaus zunächst die Aufgabe eines Durchgangskrankenhauses für
evakuierte Patienten und Altenheimbewohner, so veränderte sich dies im
Laufe der vergangenen Woche hin zu einer reinen Vorhaltung für den Fall
eines Seuchenausbruchs. Glücklicherweise trat dieser Fall nicht ein, so
dass das Krankenhaus nach kurzer Zeit seine Türen schließen konnte.
Flucht vor dem
Wasser mit Malteser Hilfe
Ein Großteil der Würzburger Helfer beteiligte sich mit
Krankentransportwagen und Rettungstransportwagen bei der Evakuierung von
Krankenhäusern und Altenheimen. So auch Dennis Röder. „Manchmal war
bei Eintreffen der Helfer eine Evakuierung gar nicht nötig,“ erzählt
der Rettungsassistent von einem erfreulichen Erlebnis: „Einmal habe ich
als Einsatzleiter vor Ort in Absprache mit der Dresdener Einsatzleitung
ein Altenheim nicht evakuieren lassen, weil das Wasser im Keller glücklicherweise
nur zehn Zentimeter hoch stand.“ Die Bewohner seien verständlicherweise
über diese Entscheidung sehr glücklich gewesen. Aber auch die
evakuierten meist alten und kranken Menschen seien meistens sehr froh
gewesen, wenn sie mit Hilfe der Malteser dem Wasser entkommen konnten.
Insgesamt waren von
Einsatzbeginn bis -ende 67 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer mit zehn
Fahrzeugen vom Stadtverband Würzburg und den Ortsverbänden im Landkreis
in Dresden im Einsatz. „Wir sind sehr stolz, dass sich so viele
Helferinnen und Helfer bereit erklärt haben, nach Dresden zu fahren“
resümiert Stefan Simon und nimmt gleichzeitig den Würzburgern eine
Angst: „Auch bei einem Unglücksfall in Würzburg wären wir Malteser
voll einsatzfähig gewesen: von jeder Facheinheit waren noch ausreichend
qualifizierte Helfer und Führungskräfte in Würzburg!“
In Würzburg war
auch die Einsatzleitung für alle Einsatzkräfte aus der Diözese Würzburg
stationiert. Einsatzleiter Frank Drescher, Diözesangeschäftsführer
Herbert Kiesel und der Würzburger Bereitschaftsführer Ernst Freier
stellten eine 24 Stunden Dienstbereitschaft her. Sie waren die
Verbindungsstelle zwischen der Gesamteinsatzleitung in Dresden, der
Einsatzleitung Bayern in München und den Helfern in Dresden und
koordinierten den Austausch von Helfern und Fahrzeugen. Außerdem hielten
sie auch den Kontakt mit den anderen an dem Einsatz in Dresden beteiligten
Würzburger Hilfsorganisationen.
Der Einsatz der
bayerischen Hilfsorganisationen (Arbeiter Samariterbund, Bayerisches Rotes
Kreuz, Johanniter und Malteser) erfolgte auf Anforderung des Bayerischen
Innenministeriums, das im Rahmen eines Amtshilfeersuchens des sächsischen
Innenministeriums um Unterstützung bei der Bewältigung der Aufgaben im
Katastrophengebiet gebeten worden war. |
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„Das Leid auf der Welt wird nicht enden“
Eine
Zwischenbilanz nach 40 Jahren Malteser Hilfsdienst in Unterfranken
Der Malteser Hilfsdienst e.V. in Deutschland ist - analog zur
katholischen Kirche - in Diözesen organisiert. Oberstes Gremium auf
dieser Ebene ist der Diözesanvorstand. Ihm gehören unter anderem an: Der
Diözesanleiter, dem laut Satzung "die Sorge um die gesamte
Tätigkeit in der Diözesangliederung obliegt". Die Diözesanoberin,
zu deren Aufgaben "die Sorge um die Aus- und Fortbildung der
Schwesternhelferinnen sowie um die Belange der weiblichen Mitglieder der
aktiven Helferschaft" gehört. Und der Diözesangeschäftsführer,
dem Geschäftsführer "nach den Weisungen der Diözesanorgane"
obliegt. Die drei Vertreter der Würzburger Diözese, Richard-Franz
Freiherr von Bechtolsheim, Martina Mirus und Herbert Kiesel, stellen sich
zum Jubiläum ein paar Fragen.
40 Jahre Malteser
in der Diözese Würzburg. Wo steht die Hilfsorganisation heute, wie
präsentieren sich die Malteser?
Bechtolsheim: Zahlenmäßig sind sie jedenfalls stärker als am
Anfang. Und darüber hinaus hat sich auch die Art der Arbeit verändert. Während
die Malteser früher sehr stark im technischen Bereich, also
Rettungsdienst, Katastrophenschutz, Fernmeldewesen, engagiert waren, tritt
jetzt die direkte Arbeit am Menschen immer stärker in der Vordergrund,
zum Beispiel in der Hospizarbeit. Das ist für mich ein wichtiges
positives Element, diese Arbeit von Mir zu Dir.
Kiesel: Ich sehe die Umorientierung weg vom rein Technischen ebenfalls
als überaus positiv. In den unterschiedlichsten Bereichen zeigt sich
allerdings, dass man ohne Mithalten auf der technischen Seite bestimmte
Dienste nicht mehr erfüllen kann, zumindest nicht mit dieser Qualität.
Das fängt im Rettungsdienst an und geht über den Katastrophenschutz hin
zur Kommunikationstechnik. Das heißt konkret: Wir dürfen das eine, die
Mensch zu Mensch-Hinwendung nicht aus dem Auge verlieren und andererseits
die Basis der technischen Hilfeleistung nicht vernachlässigen.
Gibt es denn dort
ein Defizit?
Kiesel:
Ja, zum Beispiel im Katastrophenschutz, wo ein
Strukturwandel von analoger zu digitaler Kommunikationstechnik ansteht.
Wie der bewältigt werden soll, materiell und organisatorisch, ist noch
nicht geklärt.
Das ist aber kein Malteser-spezifisches Problem?
Kiesel: Nein, es trifft aber uns als Hilfsorganisation, die ihre
Wurzeln im Katastrophenschutz und in der Ersten Hilfe hat, besonders hart.
Welche Konsequenz
ergibt sich dar
Kiesel: Man muss die Dienste, die man anbietet, permanent überprüfen:
Können wir sie mit den uns zur Verfügung stehenden Menschen, den
Ressourcen, den Finanzmitteln nachhaltig mit der gewünschten Qualität
anbieten? Wir müssen den Mut haben, uns von Angeboten zu trennen, die
durch dieses Raster fallen. Und es ist oberste Aufgabe, nach neuen Feldern
zu suchen, auf denen menschliches Leid zu lindern ist.
Was heißt das
konkret?
Kiesel: Die Katastrophe in Eschede und das Elbe-Hochwasser haben
gezeigt, dass bei aller materiellen Hilfe, die wir leisten konnten, die
Betreuung und Nachsorge der Helfer und Anwohner nicht in dem Maße
abgesichert ist, wie es notwendig wäre. Das ist ein Betätigungsfeld, um
das wir uns in der Zukunft verstärkt kümmern werden.
Frau Mirus, wie
sehen Sie die Malteser heute?
Mirus: In diesem früher doch deutlich Macho-geprägten Verband hat
eine andere, möglicherweise weibliche Seite Raum gewinnen können.
Betreuungs-, Begleit- und Besuchsdienste, die ja eher von Frauen geleistet
werden, sind heute weitaus stärker akzeptiert als vor ein paar
Jahrzehnten. Außerdem haben sich die Helfer verändert. Früher ist man
zu den Maltesern gegangen, weil es am Ort außer der Feuerwehr nichts
anderes gegeben hat. Heute kommen andere Helfer, die sich mit der Frage
auseinander gesetzt haben, wieso sie sich ehrenamtlich, wieso bei der
Kirche, wieso bei den Maltesern engagieren wollen.
Bechtolsheim: Die Grundmotivation ist eine andere.
Wird es für die
Malteser als katholische Hilfsorganisation nicht immer schwieriger, Helfer
zu finden? Immerhin verliert die katholische Kirche kontinuierlich an
Mitgliedern.
Mirus: Da muss man sich die Frage stellen: Will ich Qualität und
Quantität? Die Zahl derer, die ihr Engagement aus ihrem Glauben tragen,
hat sich stark vermehrt. Und was nützt mir denn ein Verband mit 5000
Mitgliedern, wenn nur 50 die Idee leben? Zahlenwachstum allein ist keine
Größe für mich.
Kiesel: Der Malteser Hilfsdienst ist ein Werk des Ordens, eines
katholischen Ordens. Er setzt in dieser Tradition das Werk der
katholischen Kirche fort mit aller Offenheit gegenüber christlichen Mitbrüdern.
Diese Offenheit stößt dort an Grenzen, wo das Interne Regelwerk
bestimmte Führungsstrukturen klar definiert. Das betrifft aber nicht die
zu betreuenden Menschen.
Die letzten Jahre
waren unter finanziellen Aspekten für die Malteser nicht gerade rosig.
Wie ist die Situation jetzt?
Kiesel: Wir erleben zurzeit in unserer Gesellschaft einen
erheblichen Strukturwandel, der gravierende Auswirkungen in den
Sozialbereich hinein hat. Die Kürzungen im Gesundheitswesen, das
Pflegeversicherungsgesetz sind nicht spurlos an Hilfsorganisationen vorbei
gegangen. Die Einführung von Wettbewerb bringt Konkurrenz- und
Verteilungskampf mit sich, und jeder bleibt auf der Strecke, der als
Hilfsorganisation nicht effizient arbeitet. Das heißt, dass für eine
Hilfsorganisation jetzt die gleichen Spielregeln wie für
Wirtschaftsunternehmen gelten. Wir Malteser haben deshalb eine einmalige
Restrukturierung und Anpassung vollzogen. Das ist nicht ohne finanzielles
Tal der Tränen abgegangen, es ist uns allerdings bis heute gelungen, das
Ziel der Neugestaltung zu über 90 Prozent zu erreichen.
Wie wirkt sich
das auf die Qualität der Arbeit aus?
Kiesel: Wir unterziehen sehr viele unserer Internen Prozesse harten
Prüfmechanismen nach Qualitätsmanagement-Kriterien. Wir sehen in der Veränderung
eine Erhöhung der Qualität.
In den nächsten
Jahrzehnten wird die Zahl der Alten deutlich steigen: mehr Geld vom Staat
wird es wohl nicht geben und ob die Lust auf ehrenamtliches Engagement
steigt, ist fraglich. Wie reagieren die Malteser auf diese Entwicklung?
Kiesel: Wir versuchen derzeit auf den unterschiedlichsten Ebenen
Handlungswege für den Verband zu erarbeiten, die genau diese
strukturellen Veränderungen implizieren. Quintessenz aus heutiger Sicht:
Der Einzelne wird für Leistungen im Sozialbereich aus eigener Tasche
zuzahlen müssen. Wer das nicht kann, wird durch ehrenamtliche oder durch
spendenfinanzierte Arbeit unterstützt. Zum Beispiel wird die
Hospizarbeit, gerechnet auf Einsatzstunden, nie bezahlbar werden. Die
Frage ist also, ob man genug Menschen findet, die sich ehrenamtlich
engagieren werden und andere, die uns Geld geben, um Ausbildung und
Begleitung sicherzustellen.
Warum sollte man
sich bei den Maltesern engagieren?
Mirus: Weil sie eine Organisation sind, die sehr nah am Menschen
arbeitet.
Kiesel: Die Malteser verstehen sich als Vehikel für den Einzelnen,
seine christliche Nächstenliebe zu leben.
Bechtolsheim: Es ist das Beispiel, das man geben kann. Man soll den
christlichen Glauben nicht nur predigen, sondern ihn auch vorleben.
Mirus: Und wenn das noch in einer netten Gruppe passiert, in der man
sich wohl fühlt, umso besser.
Was meinen Sie,
werden sich die Malteser in 40 Jahren präsentieren?
Kiesel: Das ergibt sich im Grunde genommen schon aus einer Aussage
von unserem Ordensgründer, Bruder Gerhard, der vor gut 900 Jahren gesagt
hat: „Unsere Einrichtung wird unsterblich sein, weil das Leid auf der
Welt nicht endet“. Vor diesem Hintergrund bin ich der festen Überzeugung,
dass es in 40 Jahren auch noch Malteser geben wird.
Mirus: Die sich um die dann bedürftigen Menschen kümmern.
Kiesel: Einer unserer Leitsätze heißt: „Aus Tradition
modern“. Daraus lässt sich abzuleiten, was Frau Mirus gesagt hat: Die
Malteser werden sich dann um die Probleme kümmern, die in dieser Zeit den
Menschen Not machen. Auch wenn das möglicherweise traumatisierte Marsrückkehrer
sind.
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