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Malteser Würzburg

Vom Henkelmann zum Dreigangmenü: 30 Jahre Menüservice in Würzburg

24.11.2017
Malteser Bezirksgeschäftsführer Rainer Kaufmann (1.v.l.) und die Leiterin des Menüservices Elisabeth Kuhn freuen sich zusammen mit einem Teil des Teams von Essensfahrern über das Jubiläum „30 Jahre Malteser Menüservice“

Malteser Bezirksgeschäftsführer Rainer Kaufmann und die Leiterin Menüservice Elisabeth Kuhn sind sich einig: Niemand hätte vor 30 Jahren gedacht, dass sich das ‚Essen auf Rädern‘ mal so entwickeln würde. „Wahrscheinlich hat auch niemand damals vermutet, dass es diesen Dienst so lange geben würde“, glaubt Kaufmann. Begonnen hat alles im November 1987 mit einem stationären Mittagstisch, den die Malteser in der Seniorenbegegnungsstätte in Grombühl einrichteten. Von dort wurden einzelne Essen in Grombühl ausgefahren. Bald waren Zivildienstleistende mit der Auslieferung der Henkelmänner betraut. Die Speisekarte war einfach, eine Auswahl gab es noch nicht. Die Kunden bekamen das, was beim Seniorenmittagstisch in der Begegnungsstätte auch serviert wurde. Bald stellten die Malteser um auf tiefgekühlte Mahlzeiten, die die Kunden sich – je nach Bedarf – zuhause fertiggaren konnten. Erst 1994 begannen sie mit der Auslieferung heiß aufbereiteter Mahlzeiten. Ein Meilenstein war ab November 2000 die Zusammenarbeit mit der Küche des Juliusspitals. Von nun an konnten die Kunden auch regional und frisch gekochte Mahlzeiten wählen, die auf Porzellangeschirr in speziellen Behältern zu ihnen nach Hause gebracht wurden, eine Variante, die sich bald großer Beliebtheit erfreute. „Wichtig war für uns auch noch die Kooperation mit dem Bayerischen Roten Kreuz, der Caritas und den Johannitern ab 2009“, erzählt Rainer Kaufmann von der Entwicklung der vergangenen Jahre. Seitdem läuft alles in ruhigen Bahnen: waren es vor 30 Jahren nur einige wenige Kunden in einem einzigen Stadtteil von Würzburg, so bekommen heute etwa 350 Kunden in Stadt und Landkreis Würzburg jeden Tag eine warme Mahlzeit nach Hause geliefert. Ungefähr 2,5 Millionen Essen sind seit 1987 ausgefahren worden, haben die Verantwortlichen grob hoch-gerechnet. Bei einer Auswahl zwischen drei und fünf Menüs, zwischen Voll- und Schonkost, Vegetarisch oder Hausmannskost „sollte kein Wunsch offen bleiben“, freut sich Elisabeth Kuhn über die Vielfalt des aktuellen Angebots. Von Anfang an war den Maltesern aber auch die soziale Komponente dieses Dienstes wichtig. „Manchmal ist der Essensausfahrer der einzige persönliche Kontakt, den die alten Menschen haben am Tag“, erzählt Elisabeth Kuhn. Ein freundliches Wort, eine nette Frage nach dem Befinden – und schon „ist der Tag gerettet“. Aber nicht nur Tage, sondern auch Leben gerettet haben Kuhn und ihr Team schon. „Es kommt immer wieder vor, dass ein Kunde zum Beispiel die Tür nicht öffnet. Dann recherchieren wir, informieren die Angehörigen oder verständigen gleich den Rettungsdienst, wenn uns die Situation zu seltsam vorkommt“, erzählt die Leiterin des Dienstes. Und das hat dem ein oder anderen Kunden, der zum Beispiel in seiner Wohnung gestürzt und lebensgefährlich verletzt war, schon das Leben gerettet.

weitere Informationen: Malteser Menüservice 

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