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Malteser Würzburg

Würzburger Rettungswache eingeweiht: "Großartige Menschen"

24.03.2017
Bischof Friedhelm segnete die Räume der neurenovierten Rettungswache der Malteser Würzburg (Photo: Markus Hauck, POW)
Domkapitular Clemens Bieber, Vorsitzender des Diözesancaritasverbandes (DiCV), und Architekt Hubert Grauer vom Fachbereich Objektmanagement des DiCV, überreichen den symbolischen Schlüssel für die umgebaute Malteser Rettungswache in Würzburg an Bezirksgeschäftsführer Rainer Kaufmann (Photo: Markus Hauck, POW)
Farbenfrohe Spinde und komplett sanierte Sanitäranlagen bestimmen das Bild in den neuen Umkleideräumen (Photo: Christina Gold, Malteser)
Die neuen Schlafräume für die Rettungsdienstmitarbeiter: freundlich und funktional. (Photo: Christina Gold, Malteser)
Im hellen und natürlich klimatisierten Aufenthaltsraum mit Tisch- und Sofagruppen und einer voll ausgestatteten Küche (hinten rechts) sowie Computerraum (hinten links) können die Mitarbeiter zwischen den Einsätzen entspannen. (Photo: Christina Gold, Malteser)
85 Mitarbeiter und 15 Fahrzeuge machen den Standort Würzburg zur größten Rettungswache Deutschlands. (Photo: Christina Gold, Malteser)
Auch das völlig neu gemachte so genannte Handlager entspricht nun allen Vorschriften. (Photo: Christina Gold, Malteser)

Vor 55 Jahren fuhr der erste Malteser „Sanka“ durch Würzburg. Damals bestand die „Rettungswache“ noch aus einem einzigen Raum mit angrenzendem Kämmerchen für Material, mit ehrenamtlichen Sanitätern als Fahrzeugbesatzung und der 55555 als eigener Malteser-Notrufnummer. Die Zeiten haben sich seitdem glücklicherweise geändert. Jeder kennt die euro-paweit einheitliche Notrufnummer 112, und nach zwei Umzügen innerhalb der Stadt befindet sich die Malteser Rettungswache seit 1991 an ihrem jetzigen Standort im Würzburger Stadtteil Zellerau. Sie ist mit 85 Mitarbeiter in Voll- und Teilzeit und rund 21500 Einsätzen im Jahr 2016 die größte Malteser Rettungswache in Bayern. 15 Fahrzeuge (je sechs Rettungswagen und Krankenwagen, ein Notarzteinsatzfahrzeug und zwei Einsatzleitfahrzeuge) stehen zur Verfügung. Hinzu kommen dann noch etwa 250 ehrenamtliche Helferinnen und Helfer, die mit ihren Fahrzeugen bei Bedarf und Einsatzlage den öffentlich-rechtlichen Rettungsdienst unterstützen. Neue Hygienevorschriften, die gestiegene Zahl an Mitarbeitern, darunter immer mehr Frauen, die im Rettungsdienst mitarbeiten und immer mehr benötigtes Material haben im vergangenen Jahr einen Umbau nötig gemacht, dessen Ende nun mit zahlreichen Vertretern aus Politik, Gesellschaft und Kirche gefeiert wurde. Der Würzburger Bischof Friedhelm Hofmann segnete die zum Teil generalsanierten Räume. Der Rettungsdienstbetrieb ging während der monatelangen Umbauphase natürlich ohne Ein-schränkungen weiter. Für die Rettungsdienstmitarbeiter und Notärzte waren Wohn-Container auf dem Hof der Geschäftsstelle aufgestellt worden. „Alle haupt—und ehrenamtlichen Malteser haben in den vergangenen Wochen und Monaten große Geduld bewiesen“, zeigte sich Malteser Bezirksgeschäftsführer Rainer Kaufmann bei der Feierstunde zur (Wieder-)Einweihung dankbar. Kaufmann dankte aber auch dem Vermieter der Immobilie, dem Diözesancaritasverband (DiCV), der sich in vorbildlicher Weise für seinen Fachverband Malteser Hilfsdienst eingesetzt und die hohe Investition von 1,1 Millionen Euro in diese Baumaßnahme nicht gescheut habe. „Ohne Ihr Vertrauen in unsere Arbeit und ohne die gute Zusammenarbeit mit Ihnen wäre dieser Umbau nicht möglich gewesen“, so Kaufmann. Für Domkapitular Clemens Bieber, Vorsitzender des DiCV, ist dieses Engagement selbstverständlich: „Letztlich erleben die Menschen durch den Einsatz der Malteser auch im Rettungsdienst ein Stück Kirche.“ Dass „die Rettungswache nun auf dem allerhöchsten Standard ist“ (Landrat Eberhard Nuß, Vorsitzender des Zweckverbandes Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Würzburg) und Hygienevorschriften und Arbeitsstättenverordnung entspricht, davon konnten sich die Ehrengäste beim Rundgang durch die Räume überzeugen: Strikte „Schwarz-Weiß-Trennung“ zur Vermeidung von Keimverschleppung ist nun eingeführt, die vorher mangels Platz nur bedingt eingehalten werden konnte. Die Umkleiden (eine für die männlichen, eine für die weiblichen Mitarbeiter) sind räumlich getrennt von Fahrzeughalle, Aufenthaltsraum und Materialraum. Die neu angeschafften, farbenfrohen Spinde haben ebenfalls eine Unterteilung für Privat- und Einsatzkleidung und sind oben abgeschrägt, um - aus Hygienegründen - eine Ablage von Kleidung oder privaten Gegenständen zu verhindern . Für Mitarbeiter, die nach einem im Vorhinein nicht bekannten Einsatz mit Patienten mit Infektionskrankheiten „infektiös einrücken“, wurde darüber hinaus im Durchgangsbereich zu den Umkleiden eine so genannte Desinfektionsschleuse eingerichtet, wo die Mitarbeiter ihre Einsatzkleidung hygienisch entsorgen und sofort duschen können. Den Bereich der Aufenthalts- und Schlafräume haben die Malteser ebenfalls komplett renoviert und sie den heutigen Anforderungen angepasst. Das spiegelt sich nicht nur in der Tatsache wider, dass den Mitarbeitern nun eine komplett ausgestattete kleine Küche zur Verfügung steht, in der sie sich im Dienst – so es die Einsatzlage erlaubt – etwas kochen oder Essen erwärmen können. Auch der daneben liegende extra abgeteilte Computerraum inklusive freiem WLan für die Mitarbeiter „soll unsere Wertschätzung gegenüber unserem Personal ausdrücken“, so Bezirksgeschäftsführer Rainer Kaufmann. Tisch- und Sofagruppe vor dem Fernseher waren schon in der „alten“ Wache selbstverständlich gewesen. Seit geraumer Zeit steht den Rettungsdienstlern auch frisches Obst zur Verfügung. Neben allgemeinen Maßnahmen wie dem Austausch sämtlicher Fenster und dem Einbau einer neuen Klimaanlage wurde auch die gesamte Haustechnik wie Elektrifizierung und Heizung auf den neuesten Stand gebracht. Um wiederum der Hygiene gerecht zu werden, achteten die Malteser darauf, dass sämtliche Böden und Oberflächen einfach zu desinfizieren sind und Schmutzablagerungen möglichst vermieden werden. Das zeigt sich zum Beispiel in der simplen, aber sehr effektvollen Tatsache, dass die Betten und Nachttischchen in den Schlafräumen bis zum Boden gehen, so dass sich kein Schmutz darunter ansammeln kann. Neu ist, dass außer den drei Schlafräumen mit insgesamt sieben Betten für das Rettungsdienstpersonal dem diensthabenden Notarzt vorschriftsgemäß ein eigener Schlafraum mit Computerarbeitsplatz und Nasszelle zur Verfügung steht. „So kann sich jeder mal im Dienst zurückziehen und ausruhen, auch wenn es selten Gelegenheit gibt zu schlafen“, beschreibt Manfred Kirst, Leiter Rettungsdienst in Würzburg, die Situation im Nachtdienst, wo die Rettungswagen meist ununterbrochen im Einsatz sind. Neu ist auch das vollständig umgebaute so genannte Handlager, in dem Medikamente und andere Verbrauchsmaterialien gelagert werden, das nun ebenfalls den Vorschriften an Sicherheit und limitierten Zugriffsmöglichkeiten entspricht. „Die Malteser Rettungswache ist nun – im Vergleich mit den anderen Wachen – nicht nur auf dem neuesten Stand sondern auch die schönste in Würzburg“, zeigte sich einer der bei der Einweihung anwesenden Notärzte begeistert von den Umbaumaßnahmen. „Aber letztlich lebt die Rettungswache von den Menschen, die dahinter stehen“, so betonte es Landrat Eberhard Nuß: „Und das sind großartige Menschen!“

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