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Malteser Würzburg

Malteser Würzburg erfüllen schwerstkrankem Matthias Herzenswunsch

03.06.2015
Ein unvergesslicher Tag in München für den schwerstkranken Matthias - die Malteser machen es möglich.

Dienstag morgen, 9 Uhr, in Würzburg. Kerstin Schreiber und ihr Sohn Matthias sind ganz aufgeregt, denn heute geht es nach München ins Bully-Herbig-Museum. „Matthias hat diese Nacht vor Aufregung ganz schlecht geschlafen“, berichtet Kerstin. Der 17-Jährige lebt seit drei Jahren mit der Diagnose Hirntumor. Schon im Januar hatten sie sich den Besuch in München vorgenommen, denn Matthias ist ein großer Bully-Herbig-Fan. Damals ging es ihm noch relativ gut und eine Fahrt in die Landeshauptstadt hätten sich beide alleine zugetraut. Aber dann verschlechterte sich der Gesundheitszustand auf einmal dramatisch. Matthias bekam Krämpfe, die Koordination der Beine wurde wackeliger, eine Einweisung auf die Palliativstation der Uniklinik Würzburg wurde nötig. An einen Familienausflug war nicht mehr zu denken.

„Aber dann kam Sandra“, erinnert sich die 51-Jährige Würzburgerin. „Ich hatte auf der Palliativstation um Unterstützung bei einem Gang in die Stadt gebeten, denn mit dem Rollstuhl kam ich noch nicht allein zurecht“. Sandra Haberl, Hospizhelferin bei den Maltesern in Würzburg, ging schon bei dem kurzen Spaziergang „so kumpelhaft und fröhlich mit Matthias um, so, als ob da gar nichts wäre“. Das habe ihr gefallen – und ihrem Sohn ebenfalls, schmunzelt Kerstin Schreiber. Sandra besuchte sie dann regelmäßig, auch als schließlich der Umzug ins Hospiz des Juliusspitals unumgänglich wurde. Irgendwann haben Kerstin und Matthias Schreiber Sandra von den geplatzten München-Plänen erzählt. Und die Malteserin setzt alle Hebel in Bewegung, um diese Pläne doch noch Wirklichkeit werden zu lassen. Zusammen mit der Malteser Diözesangeschäftsstelle stellt sie den Kontakt zum „Bullyversum“ in München her, organisiert ein Malteserauto und auf einmal geht alles ganz schnell. So schnell, dass Sandra Haberl an dem Tag selber leider gar nicht dabei sein kann. Gabriele Fröhlich und Alois Klingert, beide langjährige Malteser Hospizhelfer, begleiten Mutter und Sohn an diesem Dienstag auf der Fahrt nach München.

Am Bullyversum werden sie schon erwartet, eine junge Mitarbeiterin führt die kleine Gruppe exklusiv durch das Museum. Sie bewundern die Filmkulissen, erleben eine Sondervorstellung von Hui Buh und Mutter Kerstin spielt bei einer Szene von „(T)Raumschiff Surprise“ mit. Und entlockt ihrem Sohn damit ein Lachen. „Wenn es Matthias gut tut, mach ich mich doch gerne zum Affen“, lacht die Alleinerziehende. Überhaupt hätten sie ja früher so viel gelacht zusammen, und im „Bullyversum „waren wir wie in einer anderen Welt, haben alles Drumherum vergessen.“ Kerstin Schreiber ist eine starke Frau, aber beim Gedanken daran, dass ihr Sohn „austherapiert“ ist und keine Behandlungen mehr bekommt, fließen doch Tränen übers Gesicht. „Ich will nicht, dass Matthias merkt, dass ich manchmal am Ende meiner Kräfte bin. Ich will ihm die Zeit so schön wie möglich machen und an einem solchen Tag kann auch ich so viel Kraft schöpfen.“

Ausgestattet mit einem „Bullyversum-Hoody“, das der Museumsleiter Matthias geschenkt hat, und dem Versprechen von Bully Herbig, ein ganz persönliches Autogramm zu schicken, macht sich die kleine Gruppe wieder auf den Heimweg. Auf der Fahrt ist Matthias so müde, dass er sofort einschläft - mit einem kleinen Lächeln im Gesicht.

 „Es war ein perfekter Tag“, schwärmt Kerstin Schreiber. „Es ist einfach toll, dass es Menschen gibt, die so viel Herz haben. Und das haben sie, die Malteser: Herz.“

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