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Malteser Würzburg

11. Oktober: Welthospiztag - ehrenamtliche Hospizbegleiter im Hospiz des Juliusspital

10.10.2014
Die Hospizhelfer Josef Christlein (links) und Winfried Fischer (rechts) schauen im Raum der Stille im Juliusspital Hospiz das Erinnerungsalbum an, in dem aller bereits verstorbener Gäste gedacht wird.

Vor etwas mehr als einem Jahr wurde das Juliusspital Hospiz eröffnet. Seitdem gehören auch rund 30 ehrenamtliche Hospizbegleiterinnen und –begleiter des Malteser Hospizdienstes, des Hospizvereins Würzburg und des Hospizvereins Main-Spessart zum Team dazu. Zwei von ihnen, Winfried Fischer und Josef Christlein, sitzen an diesem sonnigen Nachmittag in einem der hellen und freundlichen Zimmer im Juliusspital Hospiz. Zwei Männer wie sie unterschiedlicher nicht sein könnten. Winfried Fischer, 57 Jahre alt, dachte sich nach 36 Jahren als Sanitäter bei der Bundeswehr, dass das „jetzt ja wohl noch nicht alles gewesen sein könne“ und absolvierte daraufhin im Herbst 2012 die Ausbildung zum Hospizhelfer. Josef Christlein, 75 Jahre alt und pensionierter Banker, kam über den Malteser Besuchsdienst zur Hospizarbeit und begleitet schon seit 2001 Schwerstkranke, Sterbende und Trauernde. Was sie verbindet ist das Bedürfnis, Menschen in ihrer letzten Lebensphase nicht allein zu lassen, ihnen dabei zu helfen, diesen Lebensabschnitt wertvoll zu gestalten, egal ob zuhause, im Pflegeheim, auf der Palliativstation oder eben jetzt im Hospiz. Dass dieser letzte Lebensabschnitt gerade im Hospiz absehbar kurz ist – man geht von einer Aufenthaltsdauer von maximal acht Wochen aus -, stört beide nicht. „Vielleicht werden die Begegnungen dadurch sogar noch intensiver“, glaubt Josef Christlein und auch die Augen seines Kollegen strahlen, wenn er von seinen Erlebnissen mit Sterbenden erzählt. Da ist der kleine Spaziergang am Main entlang bei herrlichem Sonnenschein, bei dem die begleitete Dame im Rollstuhl vor Begeisterung über die blühenden Blumen Winfried Fischer zuruft: „Dass ich das noch einmal erleben darf, haben Sie mir ermöglicht!“ Oder ein Besuch in der alten Wohnung des krebskranken Hospizgastes, der noch einmal seine Bücher und Bilder sehen wollte. Beim anschließenden Kaffee im „Wohnzimmer“ des Hospizes unterhalten sich die beiden Männer auch darüber, dass sie diesen Wohnungsbesuch unbedingt wiederholen möchten. Dazu sollte es dann nicht mehr kommen. Der Herr verstarb, bevor ein erneuter Ausflug möglich wurde. Manchmal erwächst in der kurzen Zeit eine gute Beziehung, manchmal bricht der Kontakt nach wenigen Besuchen wieder ab, weil der Gast dies nicht mehr wünscht. Und die Bedürfnisse der Begleiteten sind natürlich oberstes Gebot, das es zu beachten gilt. Besuchswünsche oder Gesprächsbedarf geben oft die Pflegekräfte den Hospizhelfern weiter. „Die Zusammenarbeit mit dem Pflegteam ist wunderbar und unkompliziert“, berichten beide Helfer von den Erfahrungen des letzten Jahres. Gab es in den ersten Monaten nach der Eröffnung 2013 noch Abläufe, die nicht so reibungslos waren, so hat sich das in der letzten Zeit gut eingespielt, so dass alle Beteiligten zufrieden sind. Mehr noch: Die ehrenamtlichen Hospizbegleiterinnen und –begleiter gehören wie selbstverständlich zum Team des Hospizes dazu. Man tausche sich aus, berichte sich gegenseitig vom Gesundheitszustand oder auch von der seelischen Befindlichkeit der Gäste, damit diese sich geborgen fühlen, erzählt der Malteser Josef Christlein. Ihren Dienst teilen sich die Ehrenamtlichen von Malteser Hospizdienst, Hospizverein Würzburg und Main-Spessart auf. An zwei Tagen in der Woche sind Hospizhelfer im Hospiz regelmäßig präsent, um Ansprechpartner für Angehörige und Gäste sein zu können. Darüber hinaus wird den Gästen angeboten, von einer Hospizhelferin besucht zu werden. Auch für Sitz- und Nachtwachen stehen die Ehrenamtlichen zur Verfügung. Ein anstrengendes Ehrenamt sollte man vermuten, nerven- und kräftezehrend. Doch da widersprechen Winfried Fischer und Josef Christlein. Schließlich hätten sie beide ihre jeweiligen Kraftquellen, aus denen sie schöpfen können. Dazu zählen unter anderem die regelmäßigen Supervisionen, die sowohl der Malteser Hospizdienst als auch die Hospizvereine ihren Helfern anbieten. „Da kann man sich austauschen, von Begleitungen erzählen und sich gegenseitig unterstützen“, betont der Malteser Christlein die Wichtigkeit dieser Treffen, die dabei helfen, auch belastende Begleitungen auszuhalten. „Und man bekommt auch viel von den Sterbenden zurück“, erzählt Winfried Fischer seine große Motivation an diesem Dienst. Das kann dann eine Kleinigkeit sein wie der Zettel mit den hingekritzelten Worten „Ich hab gerade an Sie gedacht“, den eine Patientin, die nicht mehr sprechen konnte, Josef Christlein bei einem Besuch gegeben hat. „Den habe ich mir aufgehoben“, sagt der langjährige Hospizhelfer mit einem Lächeln. 

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